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Die mobilen Impfteams kümmern sich zuerst um die Menschen in Altenheimen.  michael schick
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Die mobilen Impfteams kümmern sich zuerst um die Menschen in Altenheimen.

Impfungen

Der Blindenhund darf mit zum Impfen

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Ab Dienstag können sich die über 80-Jährigen anmelden, doch der Infobrief des Landes lässt auf sich warten.

Von Dienstag an können Hessinnen und Hessen ab 80 Jahren sich um einen Termin im Impfzentrum bemühen. Viele Fragen sind aber noch offen. Darf ich einen Blindenhund mitbringen oder eine Begleitperson? Wieso kann meine 64 Jahre alte Frau nicht gleich mitgeimpft werden, obwohl sie mich pflegt? Warum erreiche ich unter der Anmeldehotline 116 117 niemanden? Und wie bestelle ich das mobile Impfteam, das zu mir nach Hause kommt?

Dies sind nur einige Fragen, die dieser Tage in der Redaktion der Frankfurter Rundschau eingingen. Blindenhund und Begleitung dürfen mit ins Zentrum, aber anders als ambulante Pflegedienstkräfte stehen pflegende Angehörige nicht mit oben auf der Prioritätenliste der Ständigen Impfkommission. Die 116 117 wird erst am Dienstag freigeschaltete und das Land hofft, dass sie beim ersten Ansturm nicht zusammenbricht.

Antworten sollten eigentlich die Briefe liefern, die die Landesregierung für die mehr als 400 000 Hessinnen und Hessen im Alter über 80 Jahren angekündigt hatte. Doch bis zum gestrigen Freitag war noch kein einziger Brief unterwegs. Man befinde sich noch in der Abstimmung, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Michael Schaich, am Freitagmittag der FR. Er räumte ein: Es könne sein, dass nicht jeder bis Dienstag einen Brief erhalte. Dann aber beginnt die Anmeldung und viele Betroffene stehen seit Tagen in den Startlöchern und fragen sich, warum andere Bundesländern so viel schneller sind. Nicht wenige befürchten, dass sie nicht zum Zuge kommen. Für die Onlineanmeldung fehlt vielen das Know-how, in unendlichen Warteschleifen von Hotlines hat schon jede:r gehangen. Auch die weiten Anfahrtswege sind für viele ein Graus. In Hessen sind zwar flächendeckend 28 Impfzentren startbereit. Doch sollen zum 19. Januar lediglich sechs in den Großstädten öffnen: in Kassel, Frankfurt, Darmstadt, Gießen, Fulda und Wiesbaden.

SPD spricht von Zumutung

Eine Zumutung, kritisiert die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Daniela Sommer. Wer etwa in Waldeck-Frankenberg wohne, müsse 100 Kilometer bis nach Kassel fahren. Lösen ließe sich das Problem, wenn die Impfzentren der Landkreise zumindest im Teilbetrieb eröffneten. Das haben jüngst auch die 21 hessischen Landrät:innen gefordert. Doch das Land bleibt bei seiner Strategie: Solange der Bund nur so wenig Impfstoff zur Verfügung stellen kann, sind es sechs Zentren.

Wem der Weg zu beschwerlich sei, der müsse ja „nur wenige Wochen“ warten, sagt Ministeriumssprecher Schaich. „Wir bitten da um Geduld.“

Doch selbst für manchen Frankfurter ist es schwierig, das Impfzentrum an der Messe zu erreichen. Für FR-Leser Kurt Steffen etwa sind unbekannte Wege trotz Blindenhund ein großes Hindernis. Er wird sich wohl für die mobilen Impfteams anmelden, die ins Haus kommen. In dem Brief steckt dafür ein Formular. Mit einem zeitnahen Termin kann der Frankfurter allerdings nicht rechnen. Zuerst werden die Heime versorgt – für sie und das Covid-Krankenhauspersonal trafen am Freitag in Hessen weitere 49 000 Impfdosen ein.

Weiterer Impfstoff zugelassen

Das derzeit einzig verfügbare Biontech-Serum ist laut Ministerium zu empfindlich, um zu Hause verimpft zu werden. Doch gerade wurde mit dem Produkt der Firma Moderna ein weiterer Impfstoff zugelassen. Und noch eine gute Nachricht: Statt bislang fünf dürfen jetzt sechs Dosen aus einer Biotech-Ampulle gewonnen werden.

Auch in den Rathäusern ist das Problem Anreise angekommen: Eine Reihe von Kommunen beabsichtige, mit ihren Bürgerbussen Fahrdienste anzubieten, sagt David Rauber, Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebunds. „Praktisches Problem ist aber, dass wegen der Ansteckungsgefahr die Fahrzeuge keine größere Anzahl von Personen transportieren sollten.“ Auch werde die Vergabe der Impftermine sich nicht danach richten, wann wer da sein könne. Und: Viele der ehrenamtlichen Fahrer gehörten vom Alter her zu den Risikogruppen. „Von daher wäre es gut, wenn bald ein Impfstoff zur Verfügung stünde, der den nicht so mobilen Bevölkerungsgruppen zu Hause von mobilen Impfteams verimpft werden kann.“

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