Einzelhandel

Hessen-Center Frankfurtsucht Mieter

Mitte August öffnet ein neues Haushaltswarengeschäft an der Borsigallee.

Galeria Karstadt Kaufhof schließt bundesweit 56 Kaufhäuser, darunter die Filiale der Galeria Kaufhof im Hessen-Center an der Borsigallee 26. Als dies das Unternehmen Mitte Juni bekannt gab, begann man sich in Bergen-Enkheim Sorgen zu machen. „Wir sollten uns jetzt schon überlegen, was wir machen, wenn das Hessen-Center nur noch eine Ruine ist“, sagte Rainer Lehmann von den Linken im Ortsbeirat 16. Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU) teilte diese Befürchtung, sagte sie.

Während bei der Karstadt-Filiale auf der Zeil die Angestellten um ihre Jobs kämpfen, fürchten manche Bergen-Enkheimer, dass „ihr“ Center bald komplett verschwinden könnte. Galeria Kaufhof sei doch das letzte Ankergeschäft dort. Also ein Geschäft, das so viele Kunden anzieht, dass genug Menschen ins Einkaufszentrum kommen.

Über drei Etagen erstreckt sich das Warenhaus dort und belegt damit rund 17,5 Prozent der Verkaufsfläche. Spielsachen, Haushaltswaren, Schmuck, Wäsche, Bekleidung – (fast) alles findet man dort. Eine Kundin erzählt, dass sie alle zwei Wochen eigens ins Hessen-Center zur Galeria Kaufhof komme. Oft, um Kleidung für ihre Kinder zu kaufen. Wenn das Kaufhaus schließe, „dann muss ich eben in die Innenstadt fahren“, sagt sie.

Das fürchten manche: Ohne das Kaufhaus und sein breitgefächertes Warenangebot könnten womöglich Kunden wegbleiben, das Hessen-Center verlöre an Attraktivität bis eine Schließung drohe. Center-Manager Olaf Kindt kann die Gemüter beruhigen: Die Vorstellung einer Schließung des Centers sei ein wirklich „abwegiger Gedanke“. Das Gegenteil sei der Fall: „Wir stehen sehr gut am Markt.“ So eröffne demnächst Edeka eine große Filiale im Hessen-Center. „Edeka hat mehrere Millionen Euro investiert. Das würden sie nicht machen, wenn sie glauben würden, dass das Center bald schließt“, erklärt Kindt.

Im Oktober werde zudem das neue Parkhaus direkt am Center fertiggestellt. Rund 35 Millionen Euro investiert der Center-Betreiber, der ECE-Konzern aus Hamburg, dafür. Die Botschaft: Das Einkaufszentrum entwickle sich in die richtige Richtung.

„Natürlich sind Ankergeschäfte wichtig“, sagt Center-Manager Kindt. Dennoch hält er das befürchtete Szenario für unrealistisch. „Wenn Galeria Kaufhof so gut gelaufen wäre, dann würde man es jetzt nicht schließen.“

Nun muss das Hessen-Center für die frei werdenden Flächen (rund 10 000 Quadratmeter) neue Mieter finden. Wann das sein wird, weiß Kindt nicht. Galeria Kaufhof habe auf Anfragen bisher nicht geantwortet. Die drei Etagen werden an unterschiedliche Geschäfte vermietet, so Kindt. Die Abteilungen Spielwaren und Haushaltswaren müssten kompensiert werden.

Mitte August eröffne das neue Haushaltswarengeschäft Kodi. Mit anderen Unternehmen verhandle man bereits.

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