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Kommt er oder kommt er nicht? Das Warten, wie an der Bushaltestelle am Höchster Bahnhof, war am Dienstag meist vergeblich.

Streik

Hessen: Busfahrer streiken weiter

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    Steven Micksch
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Auch am Mittwoch stehen die Busse in Hessen still. Die U-Bahnen und Trams in Frankfurt sind wieder in Teilen betroffen.

Der Streik der hessischen Busfahrer, der am Dienstag Fahrgäste in ganz Hessen betroffen hat, geht auch heute weiter. Das teilte die Gewerkschaft Verdi mit, die zum Arbeitskampf aufgerufen hatte. Verdi fordert eine Erhöhung des Gehalts für Busfahrer von 13,50 Euro auf 16,60 Euro pro Stunde, außerdem eine Bezahlung der Pausen und mehr Urlaub. Die Arbeitgeber hatten eine Erhöhung des Gehalts auf 15,60 Euro in den kommenden vier Jahren vorgeschlagen.

Der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmen (LHO) nannte den Streik „skurril“. Die Arbeitgeber hätten in den Tarifverhandlungen 15,5 Prozent mehr Lohn in den kommenden vier Jahren angeboten. Der Aufruf zum unbefristeten Streik sei eine „völlig unnötige Eskalation“, sagte der LHO-Geschäftsführer Volker Tuchan. „15,5 Prozent sind keine Brotkrümel.“ Darüber hinaus gehende Lohnerhöhungen brächten die Busunternehmen „in Existenznöte“. Es zwinge sie dazu, „Verkehrsleistungen zurückzugeben oder in die Insolvenz gehen“.

Der Dachverband vertritt rund 170 private Busbetriebe in Hessen mit rund 2500 Bussen in Hessen. Die privaten, hessischen Busunternehmen beschäftigen etwa 4400 Fahrer. Von den Fahrern hätten bei einer Urabstimmung 99 Prozent für die unbefristeten Arbeitsniederlegungen gestimmt, teilte Verdi mit.

Solidarität mit den Streikenden zeigte die Linke im Frankfurter Römer. Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen sei der Streik die logische Folge, sagte Michael Müller, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion. „Die Verantwortung tragen die Arbeitgeber.“ Gerade in Frankfurt werde das Leben für immer mehr Menschen unbezahlbar, weil die Miete den Lohn fresse. Auch Busfahrerinnen und Busfahrer sollten „gute Löhne“ bekommen.

Vom Streik zeigten sich die Menschen am Dienstag in Frankfurt größtenteils überrascht. Weil an zahlreichen Bushaltestellen keine Anzeigetafeln angebracht sind, und auch keine Lautsprecher über die Ausfälle informierten, warteten die Fahrgäste lange vergeblich darauf, das Busse fuhren. Die Frankfurter Stadtteile Harheim und Nieder-Erlenbach, wo keine U-Bahnen, S-Bahnen oder Trams halten, war gänzlich vom öffentlichen Nahverkehr abgeschnitten. In Frankfurt waren die meisten der 64 Buslinien vom Streik betroffen. Nur einige wenige städtische Buslinien fuhren.

Erschwerend kam hinzu, dass die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) für Dienstag und Mittwoch zu Betriebsversammlungen geladen hatte. Fahrer, die morgens um 10 Uhr ihre Schicht begannen, standen abends nicht mehr zur Verfügung. Dadurch fielen Straßenbahnen und U-Bahnen vor allem im abendlichen Berufsverkehr aus. Das betraf auch die Fahrten der Fans zum Nationalmannschaftsspiel von Deutschland gegen Nordirland im Waldstadion. Die Fahrgäste musste auf die S-Bahn umsteigen.

Die Gewerkschaft Verdi zog eine positive Bilanz des ersten Streiktags. „Fast alle, die wir aufgerufen haben, waren heute auf der Straße vor ihren Betriebshöfen. Die Busse standen weitgehend still“, sagt Streikleiter Jochen Koppel. Rund 3100 Busfahrerinnen und Busfahrer hätten sich an der Arbeitsniederlegung beteiligt, Streikbrecher habe es unter anderem in Schlüchtern, Bad Hersfeld und Hanau gegeben. Teilweise wurden Geldprämien für Fahrer ausgelobt, die trotz Streiks fahren.

Streik 

In den kommenden Tagen werden nach Auskunft von Verdi die Busbetriebe in Hessen weiter bestreikt. Das trifft auch auf die meisten der 64 Buslinien in Frankfurt zu. Ausnahmen seien die Busse für den Schienenersatzverkehr der Linie U3 in Oberursel sowie einzelne städtische Buslinien, teilte die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq mit. 

Wegen einer weiteren Betriebsversammlung der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) am Mittwoch könnten erneut Straßenbahnen und U-Bahnen ausfallen, teilte Traffiq mit. Über Ausfälle informierten die Anzeigetafeln an den Haltestellen, das RMV-Servicetelefon (Rufnummer: 069 / 242 480 24) sowie die Internetseite rmv.de. Die Ausfälle würden so schnell wie möglich in die jeweiligen Portale einspeist, sagte ein Traffiq-Sprecher. 

Die S-Bahn-Linien S1 bis S9 u nd die Regionalbahnen fahren wie gewohnt. Einschränkungen werden heute auf den U-Bahn-Linien U1 bis U9 und den die Straßenbahnlinien 11 bis 21 erwartet. 

Folgende Buslinien in Frankfurt f ahren nach Plan: die Buslinie 35 (Sachsenhausen Lerchesberg – Stresemannallee/Mörfelder Landstraße); die Midibuslinien in Sachsenhausen (45, 47 und 48), die Kleinbuslinien 57 in Zeilsheim sowie 81 und 82 in Oberrad; die Buslinie 551 (Gravenbruch Ost – Enkheim – Bad Vilbel). 

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