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Wie lange bleibt Volker Bouffier noch Ministerpräsident? 

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Hessen: Bouffiers Zukunft ungewiss

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Der hessische Ministerpräsident erwägt die Übergabe an einen Nachfolger im Laufe der Wahlperiode. Dann gäbe es 2023 ein Duell in komplett neuer Besetzung.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat signalisiert, dass er sein Amt während der fünfjährigen Wahlperiode an einen Nachfolger übergeben könnte. „Das werden wir dann beraten, wenn es so weit ist. Aber dafür spricht viel“, sagte Bouffier in einem Fernsehinterview des Hessischen Rundfunks, das am Wochenende ausgestrahlt wurde.

Interviewerin Ute Wellstein hatte daran erinnert, dass der frühere Ministerpräsident Roland Koch (CDU) 2010 drei Jahre vor der nächsten Landtagswahl sein Amt an Bouffier übergeben hatte. „Werden Sie Ihrem Nachfolger auch diesen Startvorteil gönnen?“, fragte die HR-Journalistin.

Vor der Landtagswahl 2018 hatte Bouffier die Frage bejaht, ob er für volle fünf Jahre antrete. Er fügte aber hinzu, dies gelte nur, „wenn der liebe Gott und meine Frau mich lassen“. Nach Bouffiers Wiederwahl hatte die Staatskanzlei bekanntgegeben, dass Bouffier wegen einer Krebserkrankung behandelt werden musste.

Derzeit gelte der Krebs als „besiegt“, sagte Bouffier im Interview. „Wenn das weiter so bleibt, werde ich meine Aufgabe mit Freude und voller Kraft machen.“

Im Landtag wird seit Beginn der Wahlperiode darüber gerätselt, wie lange Bouffier noch weitermacht. Es gilt als unwahrscheinlich, dass er 2023 erneut antritt. Dann wäre er 72 Jahre alt.

Als Favorit auf die Nachfolge gilt Finanzminister Thomas Schäfer. Gelegentlich werden auch die Namen von CDU-Fraktionschef Michael Boddenberg, Landtagspräsident Boris Rhein sowie den Ministern Lucia Puttrich und Peter Beuth genannt.

Ein Wechsel in der laufenden Legislaturperiode birgt Risiken. Ein neuer Kandidat oder eine neue Kandidatin wäre darauf angewiesen, sämtliche Stimmen von CDU und Grünen zu bekommen.

Gäbe es 2023 einen neuen CDU-Spitzenkandidaten, wäre es ein komplett anderes Duell als 2018, denn der damalige SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel zieht sich aus der Politik zurück. Am Mittwoch soll Nancy Faeser zu seiner Nachfolgerin an der SPD-Landtagsfraktionsspitze gewählt werden.

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