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Hermann-Josef Klüber war bis 2017 Vizechef der hessischen Polizei.

Regierungspräsident in Kassel

Hessen: Bouffier-Vertrauter folgt auf den ermordeten Walter Lübcke

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Ex-Vizepolizeichef Hermann-Josef Klüber wird neuer Regierungspräsident in Kassel. Er war 15 Jahre lang in Thüringen tätig und focht einen Rechtsstreit mit dem Freistaat aus

Das Regierungspräsidium Nordhessen bekommt einen neuen Leiter: Der bisherige Vizechef Hermann-Josef Klüber (CDU) wird Nachfolger des Anfang Juni erschossenen Walter Lübcke (CDU). Diese Entscheidung haben Ministerpräsident Volker Bouffier und Innenminister Peter Beuth (beide CDU) am Freitag in Wiesbaden bekannt gegeben.

Der schreckliche Tod von Walter Lübcke stecke allen noch tief in den Knochen, aber „in unserer Trauer und im Gedenken an Walter Lübcke wissen wir, dass es sein Wunsch gewesen wäre, seine Arbeit und seine Region in die Hände eines Nachfolgers zu geben, der in seinem Sinne die Dinge weiterführt“, sagte Bouffier. Der 63-jährige Klüber sei eine erfahrene Führungskraft. Er war bereits seit 2017 offiziell Vizepräsident des Regierungspräsidiums und hatte diese Funktion zuvor drei Jahre lang kommissarisch bekleidet. Zuvor hatte Klüber als Vizepräsident der hessischen Polizei amtiert.

Lübcke war am 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen bei Kassel mit einem Kopfschuss getötet worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der rund zwei Wochen nach der Tat festgenommene Hauptverdächtige Stephan E. hatte zunächst ein Geständnis abgelegt, dieses später aber widerrufen. Ihm wird Mord vorgeworfen, wegen Beihilfe dazu laufen außerdem Ermittlungen gegen Markus H. und Elmar J., die mit dem Verkauf der Tatwaffe in Verbindung gebracht werden.

Der Jurist Klüber stammt aus Fulda und begann seine berufliche Laufbahn dort 1987 als Staatsanwalt beim Landgericht. Er gilt als Vertrauter von Ministerpräsident Bouffier und dem ehemaligen thüringischen Innenminister Karl-Heinz Gasser (CDU). Von 1995 bis 2010 war Klüber in Thüringen tätig. Dort berief ihn Gasser 2005 zum thüringischen Polizeichef.

Dieses Amt konnte Klüber nur kommissarisch ausfüllen, weil ein Konkurrent erfolgreich gegen die Berufung klagte. Nach dem Rücktritt Gassers 2008 musste auch Klüber gehen. Im Rechtsstreit mit dem Freistaat Thüringen über seine Einstufung ließ sich Klüber von der gemeinsamen Kanzlei vertreten, die Bouffier und Gasser in Gießen betrieben. Als die Opposition daraufhin einen „schwarzen Sumpf“ witterte, erwiderte Gasser, nicht die Opposition, sondern die Kanzlei entscheide, welche Mandanten sie berate. (mit dpa)

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