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Jörg von der Heide hält im Habichtswald bei Kassel dieRinde einer Fichte in der Hand, das die Larvengänge des Borkenkäfers zeigt.

Klimawandel

Die Borkenkäfer verändern den hessischen Wald

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Der Dürre-Sommer 2018 führt zu einem hohen Schädlingsaufkommen. Die Waldarbeiter kommen mit dem Fällen kranker Bäume nicht mehr hinterher. Sie befürchten eine Katastrophe.

In den Wäldern werden bereits die Folgen des Klimawandels sichtbar. Die Dürre und die Hitze des vergangenen Jahres haben zu einer massenhaften Vermehrung der Borkenkäfer geführt. Auch für dieses Jahr fürchten Experten erhebliche Schäden – die den Wald dauerhaft verändern werden.

„Wir müssen uns darauf konzentrieren, frisch befallene Bäume konsequent zu ernten“, berichtet Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs Hessen- Forst. Nur so könne der weitere Befall verhindert werden. Besonders betroffen sind Fichten. Die Brut entwickelt sich unter der Rinde. Die Bäume werden gefällt, damit die Larven aus dem Wald herausgefahren werden, bevor sie schlüpfen können.

Bei trockener und warmer Witterung kann ein Käferweibchen innerhalb eines Sommers bis zu 30 000 Nachkommen haben. Gerst fürchtet, das Jahr 2019 könne für den Wald eine Katastrophe werden. „Die Bäume sind noch vom letzten Jahr geschwächt“, erklärt er. Der Wasserspeicher im Boden habe sich noch nicht gefüllt. Ein weiterer trocken-heißer Sommer würde die Bäume weiter schwächen.

Wegen des Ausmaßes der erwarteten Borkenkäfer-Massenvermehrung rechnen die Forstleute damit, dass sich das Bild des Waldes verändert. So musste Hessen-Forst bereits im vergangenen Jahr mehr als zwei Millionen Kubikmeter Fichtenholz ernten. Das sind dreimal so viel wie in normalen Jahren.

Vor allem Fichten leiden

Die Fichten werden also weniger. Gleichzeitig werden bereits abgestorbene Bäume stehen bleiben, weil sich die Waldarbeiter um den frischen Befall kümmern müssen. In diesen Fichten ohne Nadeln und Rinde können sich die Käfer nicht weiter vermehren, weil sie keinen Platz zum Brüten finden. Gleichzeitig sind im vergangenen Jahr viele junge Bäume eingegangen, weil ihre kleinen Wurzeln schon früh im Jahr kein Wasser mehr erreicht haben.

Nicht nur die Fichten leiden. In Süd- und Mittelhessen sind viele Kiefern von einem Pilz befallen, der den Baum absterben lassen kann. Wie die Buchen den Dürresommer überstanden haben, ist noch nicht absehbar. Den Forstleuten zufolge zeigen sie erst nach ein bis zwei Jahren die Folgen.

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