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Ein zweiter Verdachtsfall ereignete sich an Bord einer Lufthansa-Maschine.

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Hessen: Bislang kein Corona-Fall

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Der Infektionsverdacht bei einem Patienten in Wiesbaden erhärtet sich nicht. Ein Passagier in einem Lufthansa-Flug von Frankfurt nach China verursacht Verunsicherung.

Am Nachmittag kommt die Entwarnung: Nach bestätigten vier Fällen von Coronavirus in Bayern erhärtet sich am Mittwoch ein Verdacht auf Infektion eines Patienten in Wiesbaden nicht. Wie der hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Nachmittag im Landtag mitteilte, konnte dies bei einem Testverfahren an der Wiesbadener Horst-Schmidt-Kliniken ausgeschlossen werden. In Hessen sei den Behörden bislang kein Coronavirusfall bekannt, sagte Klose.

Zuvor hatte das Krankenhaus darüber informiert, dass man am Dienstag einen Patienten mit einer Atemwegserkrankung aufgenommen habe. Da eine Corona-Infektion zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde der Patient direkt isoliert untergebracht, die erforderlichen Untersuchungen eingeleitet und das Gesundheitsamt informiert.

Zur Veröffentlichung des Verdachtsfalls sah sich die Klinik aufgrund eines „Fake Posts“ gezwungen, teilte die Sprecherin Simone Koch mit. Demnach hatte sich über die sozialen Medien ein Beitrag verbreitet, in dem davon die Rede war, die gesamte Notaufnahme sei wegen einer Infektion geschlossen. „Daraufhin haben wir viele beunruhigte Anrufe erhalten“, berichtet Koch. „Wir sahen uns daher gezwungen, gegen die Panikmache anzukämpfen und für Aufklärung zu sorgen“, heißt es in einem Beitrag der Kliniken auf Facebook.

Aufgrund des Verdachtsfalls hatte die Klinik beim Antransport lediglich den Eingangsbereich räumen lassen. Der Betrieb des Krankenhauses und der Notaufnahme sei dadurch nicht beeinträchtigt gewesen.

Die Einlieferung sei mit allen notwendigen Sicherheitsvorkehrungen wie Schutzkleidung für Patient und Mitarbeiter begleitet worden. Aus Datenschutzgründen konnte die Sprecherin zunächst keine näheren Angaben zum Patienten und seiner Erkrankung machen.

Ein zweiter Verdachtsfall ereignete sich an Bord einer Lufthansa-Maschine. An dem am Mittwochmorgen in Nanjing gelandeten Flug LH780 aus Frankfurt hatte auch ein Mann teilgenommen, der von den chinesischen Behörden als Risikofall eingestuft wurde, bestätigte das Unternehmen in Frankfurt.

Der Chinese soll gehustet haben und zwei Wochen zuvor in der Stadt Wuhan gewesen sein, in der das neuartige Coronavirus zuerst bemerkt worden war. Ob er tatsächlich infiziert ist, blieb zunächst unklar. Die Passagiere, die jeweils drei Reihen vor und hinter dem Mann saßen, seien von den chinesischen Behörden ebenso untersucht worden wie die Crew des Airbus A 340, sagte der Lufthansa-Sprecher. Nach der medizinischen Untersuchung seien sie als unbedenklich entlassen worden. Flugbegleiter und Piloten seien dann umgehend in die nächste Maschine nach Frankfurt umgestiegen. Der Rückflug LH781 sollte am Mittwochabend in Frankfurt landen.

Das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt erklärte, dass man die Kontaktdaten der Crew erheben wolle. Für ein Tätigkeitsverbot sehe man aber keinen Anlass, erklärte ein Sprecher. Flugbegleiter und Piloten können also weiterhin fliegen. Ein flüchtiger Kontakt zu der Verdachtsperson reiche auch nicht für eine Infektion aus. Man warte dann auf die behördlichen Untersuchungsergebnisse des Mannes aus China.

Das hessische Sozialministerium erwartet für den heutigen Donnerstag ein Flugzeug mit 100 Personen, die die Bundesregierung aus China ausfliegen will. Die Maschine soll am Frankfurter Flughafen landen. Die Passagiere werden untersucht und bis zu 14 Tage in Quarantäne verbringen müssen, sagte Staatssekretärin Anne Janz am Mittwochvormittag in Frankfurt, wo sie gemeinsam mit Vertretern der Uniklinik und des Gesundheitsamts über den aktuellen Stand in Hessen informierte.

Neun Patienten hatte die Frankfurter Uniklinik bis zu diesem Zeitpunkt getestet. Bei keinem bestätigte sich der Verdacht, sagte Timo Koch, Oberarzt der Virologie. „Wir haben keinen Patienten mit Coronavirus.“ (mit dpa)

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