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Ein E-Sportler schaut auf seinen Bildschirm. 

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Hessen: Beuth hält wenig von E-Sports

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„Nur weil junge Menschen ihre Finger beim Computerspielen schnell bewegen und Entscheidungen in Sekundenbruchteilen fällen, sind sie noch lange keine Sportler“, sagte er anlässlich einer Debatte im Landtag.

Der hessische Sportminister Peter Beuth (CDU) hat sich klar gegen eine Anerkennung von E-Sports als Sportart ausgesprochen. „Nur weil junge Menschen ihre Finger beim Computerspielen schnell bewegen und Entscheidungen in Sekundenbruchteilen fällen, sind sie noch lange keine Sportler“, sagte er anlässlich einer Debatte im Landtag. Zuvor hatte er betont, dass angehende Erwachsene weniger virtuelle Spiele spielen sollten. „Kinder und Jugendliche sollen sich mehr bewegen und weniger daddeln.“

Ferner betonte der 51-Jährige, dass eine mögliche Anerkennung überhaupt nicht in seinen Händen liege, sondern in der von Sportverbänden. „Das ist keine Angelegenheit der hessischen Landespolitik.“ Erst vor wenigen Wochen hatte der Deutsche Olympische Sportbund mitgeteilt, dass E-Sports nicht als Sportart anerkannt und aufgenommen wird.

Der Antrag für die Förderung von E-Sports in Hessen stammte von Karl Hermann Bolldorf und seiner AfD-Fraktion. Der Landtag habe festgestellt, dass E-Sports einen immer größeren Stellenwert in Deutschland besäßen und dementsprechend gefördert werden sollten, sagte Bolldorf. Für diese Forderung musste die rechte Partei viel Gegenwind hinnehmen. Vanessa Gronemann von den Grünen vermutete ein finanzielles Interesse hinter dem Antrag und sagte, dass es falsch sei, „etwas zu fördern, nur weil man die Dollar- und Eurozeichen blinken sieht“.

Der Linken-Abgeordnete Hermann Schaus unterstützte Gronemann dabei. „Die AfD differenziert nicht zwischen der Gamingszene und dem Gamingmarkt“, sagte er in einer Rede, die sehr an die Gamersprache angelehnt war. Das, was die AfD beantragt habe, sei ein „Epic Fail“, und die „Dudes sollten sich lieber auf nicen Content“ konzentrieren.

In der Tat ist die Gamingbranche ein Markt, auf dem sich viel Geld machen lässt. Im Juli gewann beispielsweise ein 16-jähriger US-Amerikaner drei Millionen Dollar Preisgeld, indem er die Weltmeisterschaft in „Fortnite“, einem Survival-Spiel, gewann.

CDU und FDP konzentrierten sich während der Diskussion mehr auf die Frage, ob E-Sports denn überhaupt richtiger Sport seien. Stefan Müller von den Liberalen warnte vor einer hohen Gefahr der Spielsucht und wies darauf hin, dass virtuelle Spiele im Gegensatz zu Sportarten nichts für alle Altersgruppen seien. Er bleibt laut eigener Aussage lieber beim Turnen.

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