Wirtschaft

Hessen durchschnittlich schnell

Die hessischen Behörden legen bei der Bewilligung von Corona-Überbrückungshilfen für kleine und mittlere Unternehmen nur ein mittleres Tempo vor.

Laut einer Übersicht des Bundeswirtschaftsministeriums waren zum 29. September im Land 60,6 Prozent der gestellten Anträge bewilligt. Das lag knapp über dem Bundesschnitt von 60,3 Prozent, aber deutlich hinter Spitzenreiter Schleswig-Holstein (74,5 Prozent).

In Hessen haben bislang 8700 kriselnde Kleinunternehmen und mittelständische Firmen Anträge auf Überbrückungshilfe gestellt. Im Schnitt wollten sie knapp 15 000 Euro, zusammen beläuft sich die Antragssumme auf 128,5 Millionen Euro. Von diesen sind bislang 70,7 Millionen Euro bewilligt.

Die Auszahlung der Gelder über die Länder lief zunächst schleppend, auch weil das Verfahren komplex ist. Wegen der nur spärlich abfließenden Überbrückungshilfen hatte die Bundesregierung Mitte September nachgebessert. Bis zum 29. September wurden von den insgesamt rund 103 600 Anträgen etwa 62 500 bewilligt mit einem Fördervolumen von fast 871 Millionen Euro, wie aus der Übersicht hervorgeht. Sie lag dpa vor, zuvor hatte das Nachrichtenportal „The Pioneer“ berichtet.

Die Überbrückungshilfen sind Zuschüsse zu den Fixkosten der Unternehmen, die sich an der Höhe des Umsatzrückgangs bemessen. Sie sollen die wirtschaftliche Existenz betroffener Unternehmen, Soloselbstständiger sowie von Freiberuflern sichern. Die Bundesregierung hatte kürzlich diese Zuschüsse bis Jahresende verlängert sowie erhöht und die Zugangsbedingungen vereinfacht.

Demnach können Unternehmen je nach Höhe der Fixkosten für die Monate September bis Dezember bis zu 200 000 Euro an Förderung erhalten. Bisher wurden für die Monate Juni bis August fixe Betriebskosten wie Mieten von zusammen bis zu 150 000 Euro erstattet, wenn Firmen erhebliche Umsatzausfälle nachweisen konnten. Zudem werden bis zu 90 Prozent der Fixkosten erstattet statt bisher 80 Prozent.

Die Überbrückungshilfe ist neben der seit Juli geltenden, befristeten Mehrwertsteuersenkung ein Eckpfeiler des 130 Milliarden Euro schweren Konjunkturpakets. Bis Ende September hat der Bund insgesamt 70 Milliarden Euro an Corona-Hilfen für Unternehmen bewilligt, wie es in der Übersicht heißt. Der größte Teil entfiel mit 45,3 Milliarden Euro auf Kredite aus dem Sonderprogramm der staatlichen Förderbank KfW. (dpa)

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