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Hessen: Bedarf an mehr Kinderhospizdiensten

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Von: Steven Micksch

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Zum Tag der Kinderhospizarbeit wirbt der Bundesverband Kinderhospiz um Aufklärung und mehr Angebote. Der Schritt auf einen Dienst zuzugehen, ist für viele Familien am schwersten.

Die Kinderhospizarbeit ist sicherlich noch immer ein tabubehaftetes Thema, über das man ungern spricht und noch weniger nachdenken möchte. Doch die Wichtigkeit des Themas ist unbestritten, nicht nur weil etwa 50 000 junge Menschen laut Bundesministerium mit einer unheilbaren Erkrankung leben, an der sie frühzeitig sterben werden. Sondern auch weil die Zahl der deutschlandweiten stationären Kinderhospize (17 plus zwei teilstationäre) dem Bedarf nicht gerecht werden kann. „Es gibt Zeiten im Jahr, da müssen Familien bis zu einem Jahr warten, um einen Platz zu bekommen“, sagt Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz.

Nach Ansicht des Bundesverbands wäre durchaus noch potenzieller Bedarf an neuen stationären, aber auch ambulanten Kinderhospizdiensten. Im ambulanten Bereich braucht es aber vor allem auch eine Bedarfsanalyse, so Kraft. Doch selbst ohne diese zeige ihr ein Blick auf die Karte, dass im ambulanten Bereich noch viele Lücken zu füllen seien. „Es gibt Kreise, die komplett ohne ambulanten Hospizdienst sind.“

Langer Begleitprozess

Hospizdienste

Verein Lalelu , Bruchköbel, Tel. 06181/43 41 999, www.laleluev.de

Deutsche Kinderhospizdienste , Tel. 069/247 541 200, www.ambulanter-kinderhospizdienst- frankfurt.de

AKHD Frankfurt , Tel. 069/90 553 779, www.akhd-frankfurt.de

AKHD Bad Homburg , Tel. 06172/99 56 68, www.akhd-taunus.de

AKHD Hanau , Tel. 06181/428 96 63

Bärenherz Wiesbaden , Tel. 0611/360 111 040, www.kinderhospiz-wiesbaden.de

Ambulanter Hospizdienst für Kinder und Jugendliche der Malteser, Darmstadt, Tel. 06151/22 050, www.malteser-darmstadt.de

Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst für Stadt und Kreis Offenbach, von den Maltesern, Tel. 06104/669 58 10, www.malteser-offenbach.de mic

Im stationären Umfeld sieht das Fazit des Bundesverbandes nicht anders aus. Zwar heiße es von politischer Seite oft, dass es ausreichend Hospize gebe. Aber Kraft weiß, dass diese Meinung schon seit Jahren vorherrsche – und trotzdem neue Hospize entstanden, die nun stark nachgefragt werden. „Es gibt also durchaus noch Bedarf.“

Was es unabhängig von allen Rechenspielen aber definitiv brauche, sei mehr Aufklärung. Anders als in der Hospizarbeit mit Erwachsenen bedeute der Besuch eines Kinderhospizes eben nicht, dass dort gestorben werde. Viel- mehr nutzten Familien die Einrichtungen, um vom Alltag abzuschalten, das Familienleben zu stärken, aber auch zur Begleitung von Geschwisterkindern. Die Vorbereitung auf das Sterben des Kindes sei ein Teil des Ganzen, aber nicht zwangsläufig das Hauptaugenmerk. „Viele Familien kommen im Laufe der Krankheit immer wieder ins Hospiz. Denn – auch im Unterschied zum Erwachsenenhospizdienst – hier könne die Hospizbegleitung eines Kindes durchaus mehrere Jahre oder Jahrzehnte dauern.

Genau das macht die Arbeit der ambulanten Hospizdienste so wertvoll. Sie begleiten die Familien, solange diese es möchten. In und um Frankfurt gibt es mehrere Angebote, wie etwa den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst (AKHD) Frankfurt/Rhein-Main oder die Deutschen Kinderhospizdienste Frankfurt.

Am heutigen Gedenktag dreht sich alles um die Farbe Grün als Zeichen der Hoffnung. Neben grünen Bändern am Arm, an Rucksäcken oder am Auto zeigt sich Frankfurt auch mit Lichtinstallationen dem Thema verbunden. Im vergangenen Jahr beteiligte sich etwa das Polizeipräsidium und ließ das Foyer grün leuchten.

Auch in diesem Jahr werden wieder mehrere Gebäude in der Stadt erstrahlen. So lohnt sich in der Dunkelheit ein Blick in Richtung des Waldstadions. Die Eintracht-Wirkstätte wird ebenso beleuchtet wie die Paulskirche, die Evangelische Akademie oder das Deutsche Filmmuseum. Der AKHD ist zudem von 16 bis 21 Uhr an einem Infostand an der Paulskirche zu sprechen. Haupt- und Ehrenamtliche berichten von ihren Erfahrungen.

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