Die Aufnahme von Kindern mit Behinderung wird in Hessen finanziell erleichtert.
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Die Aufnahme von Kindern mit Behinderung wird in Hessen finanziell erleichtert.

Betreuung

Hessen baut Hürde in Kitas ab

  • Pitt v. Bebenburg
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Die Aufnahme von Kindern mit Behinderung wird in Hessen finanziell erleichtert. Die schwarz-grüne Koalition legt einen entsprechenden Antrag vor.

Die schwarz-grüne Koalition will Kitas die Aufnahme von Kindern mit Behinderung erleichtern. Sozialverbände hatten beklagt, dass die Einrichtungen finanzielle Nachteile in Kauf nehmen müssten, wenn sie behinderte Kinder aufnähmen. Hier steuern CDU und Grüne nach. Das kündigten die Sozialpolitikerinnen Claudia Ravensburg (CDU) und Kathrin Anders (Grüne) am Mittwoch in Wiesbaden an.

Der Hintergrund: Kitas arbeiten mit kleineren Gruppen, wenn sie Kinder mit Beeinträchtigungen betreuen. Weil die Pauschalen für Träger aber nach der Zahl der Kinder berechnet werden, erhalten sie weniger Geld. In einer Anhörung im Landtag hatte Lebenshilfe-Fachreferent Wolfgang Kopyczinski auf dieses Problem hingewiesen. „Viele Träger von Kindertageseinrichtungen scheuen die Aufnahme von Kindern mit einer Beeinträchtigung, da sie die damit verbundene Reduzierung der Platzkapazitäten – auch aus finanziellen Gesichtspunkten – nicht umsetzen wollen“, stellte er fest.

Diesen ungewollten Missstand will die Koalition nun beheben, mit einem Änderungsantrag zum eigenen Gesetz. Die Pauschalen würden für Kinder mit Behinderung entsprechend angehoben, „so dass es keine finanziellen Nachteile für die Einrichtungen gibt“, kündigte Anders an. Das gelte auch für Kinder, bei denen nach Feststellung von Fachleuten eine Behinderung drohe.

Aufgewertet werden soll zudem die Arbeit der Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger. Sie werden bisher nur als Fachkräfte anerkannt, wenn Kinder mit Behinderung in der Einrichtung zu betreuen sind. Sobald diese Kinder die Einrichtung verlassen, müssen in der Regel auch diese Kräfte gehen. Künftig sollen sie Erzieherinnen und Erziehern gleichgestellt werden. Damit schaffe man bessere Möglichkeiten, Behinderungen in der Arbeit mit Kindern von vornherein vorzubeugen, argumentierten Ravensburg und Anders.

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