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Hessen: Bauindustrie warnt vor Abwärtsspirale

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Von: Gregor Haschnik

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Laut dem Bauindustrieverband Hessen-Thüringen drohen durch wirtschaftliche Folgen des Ukraine-Kriegs Insolvenzen und Entlassungen.

Der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen schlägt Alarm. Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, warnt aufgrund wirtschaftlicher Folgen des Ukraine-Krieges vor einem „verhängnisvollen Kreislauf“ mit Baustopps, Insolvenzen, Kurzarbeit und Entlassungen.

Die jüngsten Zahlen zeichnen ein ganz anderes Bild: Nach Angaben des Verbandes, der sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes beruft, umfassten die eingegangenen Aufträge im hessischen Bauhauptgewerbe – bei Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten – im Februar 2022 ein Volumen von 455 Millionen Euro. Das sind 14,5 Prozent mehr als im Februar 2021. Der Umsatz wird auf 374 Millionen Euro beziffert – 31,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Branche hat in den vergangenen Jahren insgesamt hohe Gewinne erzielt.

Preisklausel gefordert

Nach Auffassung von Siebert spiegeln die für Februar ermittelten Werte jedoch lediglich die Erholung nach einer sehr schwierigen Zeit in der Corona-Pandemie wider. Die Auswirkungen des seit Ende Februar laufenden Krieges würden auf hessischen Baustellen jetzt auf „dramatische Weise“ sichtbar. Die Verknappung der Rohstoffe habe etwa die Preise für Konstruktionsstahl und Rohre in die Höhe getrieben, hinzu kämen stark gestiegene Dieselkosten. Den Firmen sei es kaum noch möglich, Aufträge zu erfüllen oder überhaupt Angebote abzugeben, so Siebert.

Auch Faktoren wie Inflation, Unsicherheit und eine sinkende Nachfrage würden volkswirtschaftlich zu einer Abwärtsspirale führen, mit geringeren Steuereinnahmen und höheren Sozialkosten, etwa durch Arbeitsplatzabbau.

Der Bauindustrieverband fordert deshalb eine „Stoffpreisgleitklausel“ auf allen Baustellen des Landes und der kommunalen Ebene sowie weniger Bürokratie. Durch eine solche Klausel, deren Bedingungen genau bestimmt werden müssten, könnten Unternehmen Kostensteigerungen weitergeben.

Der Verband vertritt nach eigenen Angaben mehr als 200 mittelständische und große Unternehmen. Im Bauhauptgewerbe in Hessen sind etwa 35000 Beschäftigte tätig. gha

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