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Eine Investition, die der Automobil-Branche Hoffnung macht: Akasol hat im Sommer in Darmstadt eine neue Batteriesystem-Fabrik eröffnet.
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Eine Investition, die der Automobil-Branche Hoffnung macht: Akasol hat im Sommer in Darmstadt eine neue Batteriesystem-Fabrik eröffnet.

Wirtschaft

Hessen: Autoindustrie leidet unter Lieferengpässen

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Die Stimmung in der hessischen Metall- und Elektrobranche verbessert sich wieder. In der Autobranche läuft es aber weiterhin schlecht. Die Umsätze liegen unter dem Vorkrisenniveau

Die Automobil- und Zuliefererindustrie in Hessen hat weiterhin mit schweren Problemen zu kämpfen. Schon der Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Branche überdurchschnittlich stark getroffen. Nach Zahlen des Arbeitgeberverbands Hessenmetall brachen die Umsätze zwischenzeitlich um zwei Drittel ein. Inzwischen ist die Metall- und Elektroindustrie insgesamt wieder auf Erholungskurs. Der Stellenabbau hat sich zumindest verlangsamt. Die Investitionsbereitschaft wächst. Auch die Stimmung hat sich nach einer am Mittwoch vorgestellten Umfrage unter 159 Mitgliedsunternehmen im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert.

In der Automobilindustrie, der umsatzstärksten Branche im Metall- und Elektrosegment, liegen die Umsätze nach Angaben von Hessenmetall aber immer noch elf Prozent unter dem Niveau vor der Corona-Krise. Auch die Auftragseingänge sind weiterhin schwach.

Materialmangel wirkt sich auch auf Autozulieferer in Hessen aus

Dass sich die Branche, für die laut Arbeitgeberverband hessenweit mehr als 240 000 Menschen direkt oder indirekt arbeiten, nicht schneller erholt, hat nach Einschätzung von Hessenmetall-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert vor allem mit den anhaltenden Lieferengpässen bei Teilen und Rohstoffen zu tun. Dieser Materialmangel, von dem die meisten Unternehmen nicht wüssten, wie lange er andauert, wirke wie ein Dominoeffekt. „Wird die Autoproduktion gestoppt, weil ein wichtiges Bauteil fehlt, bekommen auch viele Zulieferer weniger Aufträge“, sagt Pollert. Auf diese Weise seien auch Unternehmen betroffen, die eigentlich produzieren und liefern könnten.

Schwer tut sich die Automobilbranche zudem mit dem Strukturwandel. Zwar arbeiten nach Zahlen von Hessenmetall inzwischen 9000 Menschen in den Bereichen Elektrifizierung des Antriebs, Automatisierung des Fahrens und Vernetzung des Fahrzeugs und der Fahrenden mit der Außenwelt, in denen der Verband große Chancen sieht. Noch immer sind aber rund 23 000 Beschäftigte in Hessen in Betrieben tätig, die Komponenten für den traditionellen Antriebsstrang erstellen. „Die Herausforderung ist, dieses Verhältnis in den kommenden Jahren weiter in Richtung dieser Chancenfelder zu verschieben“, sagt Hessenmetall-Vorstandschef Wolf Matthias Mang.

IG Metall sieht keine nachhaltige Strategie im Einkauf und in der Produktion

Hoffnung macht der Branche etwa, dass es auch in Hessen Vorreiter:innen bei der Elektrifizierung mit Batterietechnologie gibt. Als solche sieht der Verband etwa die Isabellenhütte in Dillenburg, die führend in Batteriemanagementsystem sei und wo die Zahl der Beschäftigten stark wachse, den Darmstädter Batteriesystemhersteller Akasol, der im Sommer eine neue Fabrik eröffnete, und den Technologiekonzern Schunk in Heuchelheim, der eine Vielzahl von Produkten für die E-Mobilität im Portfolio habe.

Für die IG Metall zeigt der Mangel an Teilen in der Automobil- und Zulieferindustrie, dass die Unternehmen zu kurzfristig agierten. „Es wird Zeit, dass die Arbeitgeber eine nachhaltige Strategie im Einkauf und in der Produktion umsetzen“, sagt Jörg Köhlinger, Leiter der IG Metall Mitte. „Wir werden es nicht akzeptieren, dass die Beschäftigten für Versäumnisse der Arbeitgeber zahlen müssen.“ Die Gewerkschaft fordert die Arbeitgeberverbände zudem auf, die Tarifbindung der Unternehmen zu unterstützen. „Es ist völlig absurd den tariflosen Zustand von Unternehmen tatkräftig zu flankieren und gleichzeitig mit der IG Metall regelmäßig Tarifverträge auszuhandeln“, sagt Köhlinger.

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