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Hessen: Ausgaben für Sozialhilfe steigen

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Von: Gregor Haschnik

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Auch in den Pflegeheimen steigen die Kosten deutlich an. Marijan Murat/dpa
Auch in den Pflegeheimen steigen die Kosten deutlich an. Marijan Murat/dpa © dpa

Bedürftige in Hessen brauchen etwa bei Pflege eine stärkere finanzielle Unterstützung.

Die Ausgaben für Sozialhilfe sind 2021 in Hessen auf 703 Millionen Euro gestiegen. Ein Jahr zuvor betrugen sie nach Angaben des Statistischen Landesamts 3,6 Prozent weniger. Die Summe setzt sich unter anderem aus Hilfen für Pflege, Lebensunterhalt, Schwangerschaft, Mutterschaft und Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten zusammen. Nicht enthalten sind etwa Zahlungen im Rahmen von Hartz IV, Grundsicherung, Eingliederungshilfen, Leistungen für Asylsuchende und Wohngeld. Der größte Anteil bei den Sozialhilfeausgaben ist jener für Pflege, mit 433 Millionen Euro.

Die hessenweit höchsten Ausgaben entfallen auf die Städte Frankfurt, mit durchschnittlich 229 Euro pro Einwohner:in, Kassel mit 143 Euro und Wiesbaden mit 116 Euro. Die niedrigsten Summern verzeichnen der Landkreis Darmstadt-Dieburg mit 42 Euro pro Einwohner:in, der Rheingau-Taunus-Kreis mit 47 Euro und der Hochtaunuskreis mit 51 Euro. Die Zahl der Bezieher:innen dieser Hilfeleistungen in Hessen lag in den vergangenen Jahren recht konstant bei 30 000.

Für die nächsten Monate und Jahre rechnen Expert:innen etwa vom Paritätischen Wohlfahrtsverband damit, dass aufgrund der wirtschaftlichen Folgen von Corona-Pandemie und Ukrainekrieg mehr Menschen auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein werden.

Derweil ist die Zahl der hessischen Haushalte, die Wohngeld erhielten, 2021 gegenüber 2020 um 4,5 Prozent auf 38 430 gesunken. Mit 32 Wohngeld beziehenden Haushalten pro 1000 Einwohner:innen liegt Offenbach an der Spitze der Statistik, der Rheingau-Taunus-Kreis mit acht Haushalten auf dem letzten Platz. Im Schnitt flossen 222 Euro pro Monat an die Empfänger:innen und damit zwölf Euro mehr als im Vorjahr.

Dass weniger Haushalte die Leistung bekamen, ist kein Beleg für eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt, denn viele Menschen, die ihre Miete nicht oder nur schwer zahlen können, erhalten kein Wohngeld. Dieses wird nur auf Antrag gewährt und kann als Zuschuss zur Miete und als „Lastenzuschuss“ bei Wohnungs- oder Hauseigentum ausgezahlt werden. Ob und in welcher Höhe dies geschieht, hängt zum Beispiel von der Zahl der Haushaltsmitglieder, dem Gesamteinkommen und der Miete beziehungsweise Belastung ab. Hilfsbedürftige, die Sozialleistungen wie die Grundsicherung erhalten, können kein Wohngeld beantragen. Bei ihnen sind Unterkunftskosten schon in den Leistungen berücksichtigt.

Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat kürzlich eine Reform des Wohngelds angekündigt. Auch weil die wirtschaftliche Situation angespannt und Mieten sowie Nebenkosten hoch sind, soll der Kreis der berechtigten Haushalte ausgedehnt und eine Heizkostenpauschale integriert werden.

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