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Hessen: Angespannte Lage für Langzeitarbeitslose

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Von: Florian Leclerc

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Wer lange ohne Arbeit war, kann mitunter bei Sicherheitsdiensten eine Beschäftigung finden.
Wer lange ohne Arbeit war, kann mitunter bei Sicherheitsdiensten eine Beschäftigung finden. © Peter Jülich

Im zweiten Jahr der Pandemie hatten etwa 66 250 Menschen mindestens ein Jahr lang keinen Job.

Für Langzeitarbeitslose bleibt die Situation auf dem hessischen Arbeitsmarkt angespannt. Wie die Regionaldirektion Hessen mitteilte, waren 2021 etwa 66 250 Menschen mindestens zwölf Monate lang arbeitslos – sie gehörten damit zur Gruppe der Langzeitarbeitslosen.

Vor dem Pandemie war die Langzeitarbeitslosigkeit im Jahr 2019 mit rund 47 600 Personen auf ihren Tiefststand gesunken. Der höchste Wert wurde 2007 verzeichnet, als es in Hessen knapp 107 000 Langzeitarbeitslose gab.

Frank Martin, der Leiter der Regionaldirektion Hessen, hob hervor, dass 2021 wieder mehr Langzeitarbeitslose eine Beschäftigung aufnahmen als noch 2020. Demnach gelang der Wiedereinstieg am ehesten bei langzeitarbeitslosen Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Etwa 10 600 langzeitarbeitslose Menschen (2020: 6700) fanden eine Beschäftigung auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt. Damit werden Beschäftigungsverhältnisse ohne Zuschüsse bezeichnet.

Meist kamen die Langzeitarbeitslosen bei Zeitarbeitsfirmen (18 Prozent), im Handel (14 Prozent) oder bei Wach- und Sicherheitsdiensten, Reinigungs- und Hausmeisterdiensten, Callcentern oder im Garten- und Landschaftsbau (13 Prozent) unter.

Viele Langzeitarbeitslose haben keine Berufsausbildung

54 Prozent aller Langzeitarbeitslosen waren zwischen einem und zwei Jahren arbeitslos. 19 Prozent zwei bis drei Jahre, neun Prozent drei bis unter vier Jahre und 18 Prozent vier Jahre und länger.

Gemessen an allen Arbeitslosen in Hessen waren Frauen (38 Prozent) stärker von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen als Männer (36 Prozent). Ältere über 55 Jahren (45 Prozent) waren ebenfalls deutlich häufiger betroffen als junge Menschen unter 25 Jahren (16 Prozent).

Die Mehrheit der Langzeitarbeitslosen war gering qualifiziert. Etwa zwei Drittel hatten keine Berufsausbildung.

„Ein Großteil sucht wegen fehlender Berufsausbildung nur eine Helferstelle. Der Markt verlangt aber nach qualifizierten Fachkräften“, sagte Frank Martin. Eine schnelle Umkehr der Situation zugunsten Langzeitarbeitsloser sei nicht zu erwarten. Es gehe nun darum, mit einer nachhaltigen Qualifikation eine Integration in den Arbeitsmarkt zu erreichen.

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