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Hessen: Alarm im Wald

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Offenbar braucht es manchmal eine Katastrophe, bis gehandelt wird. Das zeigt das Beispiel des hessischen Forsts.

Menschen lernen langsam, und bis sie ihr Verhalten ändern, kann es lange dauern. Manchmal scheint es, als sei erst eine Katastrophe nötig, ehe sich etwas bewegt. Das gilt für die Bekämpfung des Klimawandels generell. Und auch für den Schutz des hessischen Waldes.

Vor Jahren hat die damalige schwarz-gelbe Landesregierung den Rotstift beim Landesbetrieb Hessenforst angesetzt. Die Reviere sollten größer, die Zahl der Förster und Waldarbeiter kleiner werden. Die Mitarbeiter stöhnten, ohne dass es die breite Öffentlichkeit mitbekam. Auch als die Grünen in die Regierung kamen, änderte sich daran zunächst nichts.

Nun erleben die Menschen hautnah, wie schlecht es dem Wald geht. In diesem Sommer sieht auch der Laie den Bäumen an, dass etwas nicht stimmt. Es ist höchste Zeit, dass die Politik handelt.

Der Plan der Landesregierung greift die Nöte von Förstern und Waldbesitzern auf. Das ist gut so. Es könnte allerdings schwierig werden, jetzt genügend Fachkräfte zu finden. Denn in der Krise werden Waldarbeiter überall gesucht, um das beschädigte Holz herauszuholen und neue Anpflanzungen anzulegen.

Das Beispiel zeigt, wie nötig eine vorsorgende Politik in Zeiten der Klimakrise ist. Und wie dringlich zugleich der weltweite Kampf gegen die Klimakatastrophe ist, die schon jetzt solche Folgen zeitigt.

Die Forstwirtschaft war schließlich immer der Inbegriff von Nachhaltigkeit. Nun hat sie eine nachhaltige Politik nötig, um ihre Grundlagen erhalten zu können.

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