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AfD-Landesvorstand Robert Lambrou will ein offen rechtes Mitglied aus der Partei ausschließen. Ein weiteren Spitzenpolitiker in Hessen verteidigt er.
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AfD-Landesvorstand Robert Lambrou will ein offen rechtes Mitglied aus der Partei ausschließen. Ein weiteren Spitzenpolitiker in Hessen verteidigt er.

AfD in Hessen

Nach FR-Bericht: Parteiausschluss für AfD-Spitzenpolitiker und Ex-„Republikaner“

  • VonCarsten Meyer
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  • Joachim F. Tornau
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Hessische AfD will Ex-„Republikaner“ wegen rechtsextremer Vergangenheit ausschließen. Kreistagsmitglied aus dem Hochtaunus darf trotz Besuchs von Neonazi-Festival bleiben.

Wiesbaden - Die hessische AfD hat ein Parteiausschlussverfahren gegen ihren Spitzenkandidaten bei der Kreistagswahl im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis eingeleitet. Das habe der Landesvorstand einstimmig beschlossen, sagte Landesvorsitzender Robert Lambrou am Dienstag der FR.

Die Rechts-außen-Partei reagiert damit auf einen Bericht der Frankfurter Rundschau über die Vergangenheit des Spitzenkandidaten und Kreisvorstandsmitglieds Siegfried Schülbe. Der heute 70-Jährige war jahrelang Funktionär der extrem rechten „Republikaner“ und hatte 1998 den militanten Neonazi und verurteilten Rechtsterroristen Peter Naumann als Gastredner zu einem Kreisparteitag eingeladen.

Werra-Meißner-Kreis: AfD-Politiker hatte Rechtsterroristen zu Rede beim Kreisparteitag eingeladen

„Aufgrund tiefergehender Recherchen ist der Landesvorstand zu dem Schluss gekommen, dass die Vorwürfe gegen Siegfried Schülbe zutreffen“, erklärte Lambrou. Freiwillig aus der AfD auszutreten habe Schülbe aber abgelehnt. Auch sein Kreistagsmandat wolle er behalten.

Bei einem weiteren Kandidaten, über dessen Kontakte in die Neonaziszene die FR berichtet hatte, sieht der Landesvorstand dagegen keinen Handlungsbedarf. Sascha Herr, der bei der Kommunalwahl in den Kreistag des Hochtaunuskreises gewählt wurde, hatte 2017 das Rechtsrockfestival „Rock gegen Überfremdung“ im thüringischen Themar besucht.

Er soll bleiben: AfD-Politiker aus dem Hochtaunus war 2017 bei Rechtsrock-Konzert

Rund 6000 Rechtsextreme huldigten dabei einschlägigen Bands wie „Stahlgewitter“, „Sleipnir“ und „Die Lunikoff Verschwörung“. Ein Foto zeigt den heutigen AfD-Politiker in einschlägiger Szenekleidung. Ein Jahr zuvor hatte der heute 41-Jährige zudem auf einem Gruppenfoto mit Neonazis posiert, die unterwegs waren zu einem konspirativ organisierten Rechtsrockfestival in der Schweiz.

Lambrou zitierte den Parteifreund aus dem Hochtaunuskreis mit den Worten: „Aus heutiger Sicht finde ich die Angelegenheit mehr als beschämend und peinlich.“ Herr habe dem Landesvorstand jedoch „eindeutig und präzise“ erklärt, wie es zu diesen Fotos gekommen sei, sagte Lambrou. Man habe ihn aufgefordert, das nun auch öffentlich zu tun. Für weitere Konsequenzen sehe man „keine Notwendigkeit“.

Gegenüber der FR hatte Herr beteuert, mit der rechten Szene nichts zu tun zu haben. Das Konzert in der Schweiz habe er gar nicht besucht, er sei lediglich mit Bekannten in die gleiche Richtung gefahren. Und mit dem Besuch in Themar habe er sich ablenken wollen, weil seine Frau damals schwer erkrankt gewesen sei. (Carsten Meyer und Joachim F. Tornau)

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