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In der Bevölkerung kommen die hessischen Polizistinnen in Uniform schon 1981 gut an. Foto: INnenministerium
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In der Bevölkerung kommen die hessischen Polizistinnen in Uniform schon 1981 gut an.

Polizei

Hessen: 40 Jahre Frauen in Polizeiuniform

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Der lange Weg zur Gleichberechtigung in der Polizeibehörde Hessen. Es gibt nur wenig Frauen in Führungspositionen. Und die Gewerkschaft kritisiert Teilzeitmodelle und Elternzeitrückkehr.

Es war eine kleine Gruppe von Pionierinnen, die vor 40 Jahren in Hessen den Anfang machte. Im Oktober 1981 traten 38 junge Frauen ihren Dienst bei der hessischen Schutzpolizei an. Hessen sei damit das erste Flächenland gewesen, das Frauen für die Schutzpolizei offen stand, teilte das Innenministerium zum Jubiläum mit. An der Zahl der Bewerberinnen kann es nicht gelegen haben, dass zunächst nur gut drei Dutzend Frauen ihren Dienst antraten: Auf die Stellen bei der uniformierten Polizei hatten sich rund 1000 Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet beworben.

Mittlerweile hat sich die Zahl der Polizistinnen im Vollzugsdienst auf 4186 erhöht, was bei einer Gesamtzahl von 15 122 einer Quote von 27,7 Prozent entspricht. Allein in den vergangenen 15 Jahren habe sich der Frauenanteil in der hessischen Polizei mehr als verdoppelt, im jüngsten Einstellungsjahrgang der Vollzugspolizei lag der Anteil sogar bei 37,5 Prozent (1069 von 2850). Das zeige, so der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU), „dass der Polizeiberuf für Frauen an Attraktivität gewinnt und wir in Sachen Gleichberechtigung auf einem guten Weg sind“.

Jens Mohrherr, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, muss allerdings etwas Wasser in den Jubiläumswein schütten: „Wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass Frauen bei uns sehr oft in Teilzeit arbeiten.“ Und das nicht immer so wie gewünscht. Teilzeitmodelle bei der hessischen Polizei könnten Mohrherr zufolge flexibler sein, Elternzeitrückkehrerinnen bekämen häufig nicht mehr ihre alte Stelle zurück.

Das Innenministerium hält dem entgegen, sämtliche Polizeipräsidien seien mit dem Gütesiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber Land Hessen“ ausgezeichnet. Zur Schaffung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen berücksichtige die hessische Polizei besonders die verschiedenen, familiären Lebensabschnitte ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und integriere diese in flexible Arbeitszeitmodelle.

Zudem, freut sich Innenminister Beuth weiter, seien Frauen mittlerweile in sämtlichen Bereichen der hessischen Polizei vertreten, „vom Streifendienst, über das Mobile Einsatzkommando (MEK) bis hin zum Bereich der Cyberkriminalität“. Allerdings war erst unlängst bekannt geworden, dass es etwa beim Frankfurter Spezialeinsatzkommando keine Frauen gibt. Das Kinderkriegen, so argumentiert Mohrherr bleibe im relevanten Alter zwischen 25 und 35 nun mal Frauensache. „Sie sind für solche Einheiten dann raus.“

Allerdings sind Frauen auch noch für einiges andere raus, wie Polizeigewerkschafter Mohrherr verdeutlicht: „Es sitzt keine Frau in einer Spitzenposition der hessischen Polizeipräsidien.“ Die letzte Frau in Spitzenfunktion war LKA-Präsidentin Sabine Thurau. Auch dürfe es ruhig mehr Dienstgruppenleiterinnen geben. Um das zu bewerkstelligen, könnten sich Frauen in Teilzeit zum Beispiel eine Stelle teilen. Solche Modelle gebe es, seien aber an einer Hand abzuzählen. „Da würde ich mir etwas mehr Mut wünschen“, gibt Mohrherr seinem Arbeitgeber mit auf den Weg zur Gleichberechtigung.

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