Oberusel

Herausforderung für Wasserversorger

Oberursel Stadtwerke müssen auf Klimawandel reagieren.

Die vergangen Jahre, vor allem die beiden sehr heißen und trockenen Sommer, haben den lokalen Wasserversorger vor neue Herausforderungen gestellt. Der Klimawandel zeigt Folgen: „Im Sommer hat es deutlich weniger Regenfälle gegeben. Gleichzeitig ist der Wasserbedarf wegen der langanhaltenden Hitze deutlich gestiegen“, zieht Dieter Gredig, Technischer Leiter bei den Stadtwerken, Bilanz und erwähnt dabei Spitzenwerte von bis zu 10 000 Kubikmetern pro Tag – rund ein Drittel mehr als üblich im Sommer. Dieser Mehrbedarf hat sich durch das verstärkte Gießen der Gärten, das Füllen privater Swimmingpools und durch häufigeres Duschen ergeben. Viele werden sich an die öffentlichen Aufrufe erinnern, Wasser zu sparen.

Dahinter steckt die Tatsache, dass die Resource Wasser nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. „Wir können nicht mehr aus dem Untergrund rausholen als die Pumpen hergeben“, beschreibt Gredig das Problem. Wegen der zurückgehenden Regenfälle bei steigenden Temperaturen und der ausbleibenden Schneedecken, deren Wasser beim Tauen langsam in der Erde versickert, könne sich das Grundwasser nicht mehr so erneuern wie früher.

Zwar gibt es insgesamt gesehen nicht unbedingt weniger Niederschläge, die Wetterereignisse werden aber extremer. Plötzlicher Starkregen versickert nicht langsam in der Erde wie ein stetiger Landregen, um irgendwann das tiefliegenden Grundwasser zu erreichen. „Wegen der höheren Temperaturen schlagen die Bäume früher aus und brauchen für ihre Vegetationsphase früher Wasser. Das saugen sie quasi an der Oberfläche ab. Das Grundwasser kann nicht aufgefüllt werden“, erklärt Gredig.

Auf die Idee, als eine Antwort auf die neuen Herausforderungen die Speicherkapazitäten für Wasser zu erhöhen, ist man bei den Oberurseler Wasserwerken längst gekommen. Das aber kostet Geld. Eine Erhöhung um 3000 Kubikmeter Wasserspeicherplatz würde mit rund 1,6 Millionen Euro zu Buche schlagen. Und einfach ist so eine Erweiterung auch nicht. Jedenfalls dürfe man es sich nicht so vorstellen, dass einfach die Becken in den Hochspeichern, von denen es im Stadtgebiet sieben gibt, erweitert werden, damit sie mehr Wasser aufnehmen können, sagt Gredig. „So ein Hochspeicher muss atmen“, betont er und erklärt, dass es Bewegung im Wasser über Zulauf und Ablauf geben muss. Dauernder Stillstand würde die Verkeimung des Wassers begünstigen, was unbedingt vermieden werden muss, um die hohe Qualität des Trinkwassers zu sichern. Dazu trägt auch die aktuelle Erweiterung beziehungsweise Modernisierung der Entsäuerungsanlage Hohemark (ESA) bei – Kostenpunkt über drei Millionen Euro -, die jetzt noch im Probebetrieb läuft. Über diese Anlage wird das im Haidtränktal gewonnene Rohwasser für Oberursel, das dort aus eigenen Quellen und Schürfungen kommt, entsäuert, gereinigt und aufgehärtet und dadurch qualitativ aufgewertet.

Einfach über neue Brunnen mehr Wasser zapfen ist hingegen nicht möglich. Nicht nur dass die übergeordneten Behörden mit Blick auf die gesamte Region ein waches Auge auf die Entnahmen zum Schutz des Grundwassers haben. „Keiner darf zapfen, wie er lustig ist“, so Gredig. Hier gebe ist vorgegebene Volumina. Die wiederum sind abgestimmt mit der Regenerationsfähigkeit der Wasservorkommen, und diese Regeneration braucht Zeit. Gerade deshalb kommt es auch auf das Verhalten der Verbraucher an.

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