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Henry Maske küsst in Wiesbaden

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Henry Maske spielt Deutschlands Box-Legende Max Schmeling.
Henry Maske spielt Deutschlands Box-Legende Max Schmeling. © FR/Schick

Ex-Boxweltmeister Henry Maske dreht einige wichtige Szenen für seinen Max-Schmeling-Film in Frauenstein. Das Land fördert das Projekt mit 650.000 Euro. Von Sabine Müller

Von Sabine Müller

"Ruhe bitte, wir drehen", hallt es über den Gutshof von Schloss Sommerberg bei Frauenstein. Die Klappe fällt. Und dann kommt endlich der, auf den alle warten: Henry Maske, kostümiert und zurechtgeschminkt als erschöpfter Max Schmeling, der gerade aus dem Krieg zurückkehrt.

Er wankt über Stroh, vorbei an Hühnern, auf eine zierliche junge Frau mit hellblonden Locken zu. Die heißt in echt Susanne Wuest, mimt jetzt aber Anny Ondra, trägt ein graues Dirndl und füttert gerade verträumt ein Pferd. "Anny, Anny", ruft Maske alias Schmeling. Dann reißt er die kleine Frau hoch in seine Arme, bedeckt sie mit wilden Küssen und murmelt: "Ich habe doch versprochen, dass ich wiederkomme."

"Super", ruft Regisseur Uwe Boll irgendwo von hinten. Die Kriegsrückkehr-Szene nach Gut Ponickel in Pommern ist im Kasten. Und das schon nach dem vierten Take. Trotz der ständig störenden Flugzeuge, die über den Set bei Frauenstein düsen.

Seit Montag dreht das Filmteam der Boll AG bereits in Wiesbaden. Am Donnerstag soll hier die letzte Klappe für"Max Schmeling der Film" fallen. Das Material von Schloss Sommerberg ergänzt die Aufnahmen, die der bei Kritikern umstrittene Regisseur Boll bereits im Mai in Kroatien abgedreht hat. Im Frühjahr 2010 kommt der Film dann in die Kinos.

Anya Gräfin von Hatzfeldt-Wildenburg wird sich das Ergebnis ganz bestimmt angucken. Erstens, weil ihr Schloss Sommerberg gehört. Zweitens, weil ihre Mutter in dem Film mitspielt. Die sei zwar seit 22 Jahren tot, erzählt sie. Aber ein Foto von ihr stehe im Film neben dem von Maske, "als Schmelings Schwiegermutter". Eine Ehre sei das, findet die Gräfin: "Auch weil mein Vater Max Schmeling gekannt hat." Dass Boll das Wiesbadener Schloss für Dreharbeiten ausgesucht hat, hat etwas mit Geld zu tun: Die hessische Filmförderung Hessen Invest fördere das Projekt mit 650.000 Euro, sagt Matthias Triebel von der Boll AG. Dazu müsse im Land gedreht werden, und auch alle Nacharbeiten liefen in Studios im Rhein-Main-Gebiet.

Der heiße Tipp für die in den Weinbergen versteckte Location kam von dem Wiesbaden Producer Philipp Selkirk, der früher zusammen mit Boll bei Taunusfilm arbeitete und heute einen Teil des Schlosses bewohnt. Wie im flachen Pommernland sehe es mitten in den Weinbergen Frauensteins zwar nicht aus. Aber das lasse sich filmtechnisch überspielen, sagt er. Und der Schlosshof habe auf jeden Fall Gut Ponnickel-Charakter. Wie damals bei den Schmelings sähe es aus.

Apropos Schmeling und Maske: "Kann Herr Maske denn schauspielern", lautet die Frage, die Boll am Drehtag den Leuten von Funk und Fernsehen immer wieder beantworten muss. Und seine immer gleiche Antwort lautet: "Ja, er ist eine Überraschung, ich bin sehr glücklich mit ihm."

Nach acht Monaten privaten Schaupielunterricht sei der Ex-Profiboxer und Ex-Weltmeister im Halbschwergewicht in der Lage, die deutsche Boxlegende Schmeling überzeugend zu spielen: "Weil er sich eigentlich selber darstellt". Maskes entscheidender Vorteil sei freilich, "dass er boxen kann".

Und das tut er im zwei-Stunden-Film immerhin 45 Minuten lang. Am Set bei Frauenstein fliegen Maskes Fäuste jedoch nicht. Da gibts nur Küsse für Anny.

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