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Helmut Schmidt erhält Point-Alpha-Preis 2010

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Helmut Schmidt erhält den Point-Alpha-Preis.
Helmut Schmidt erhält den Point-Alpha-Preis. © ddp

Für seine Verdienste um die deutsche und europäische Einheit ist Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt mit dem Point-Alpha-Preis ausgezeichnet worden. Er ist mit 25.000 Euro dotiert.

Geisa/Rasdorf. Der mit 25.000 Euro dotierte Point-Alpha-Preis für Verdienste um die deutsche und europäische Einheit geht 2010 an Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD). Damit werde er für seine "Standhaftigkeit beim NATO-Doppelbeschluss und für seine Rolle beim KSZE-Prozess" ausgezeichnet, teilte das Kuratorium Deutsche Einheit am Sonntag in Geisa mit.

Beides gehöre zu den "unabdingbaren Voraussetzungen für die Überwindung der deutschen und europäischen Teilung". Der Preis wird am 17. Juni - dem Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR - in der Gedenkstätte Point Alpha bei Rasdorf an der hessisch-thüringischen Grenze verliehen.

Schmidt hatte sich trotz erheblichen Widerstands auch in der eigenen Partei 1979 als Bundeskanzler für den NATO-Doppelbeschluss ausgesprochen. Der heute 91-Jährige sah die Nachrüstung mit neuen Atomraketen in Europa bei gleichzeitigem Abrüstungsangebot an Moskau vor. Die Aufstellung der "Pershing 2" und Marschflugkörper begann 1983.

Zudem habe Schmidt, der von 1974 bis 1982 Bundeskanzler war, die Verhandlungen der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) vorangetrieben, bei denen den Ländern im Ostblock Zugeständnisse in humanitären Fragen abgerungen wurden, erklärte das Kuratorium und zog eine Verbindung zum 35. Jahrestag der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte in diesem Jahr. Sie sei in den Folgejahren zu einer Berufungsgrundlage für die Opposition in den osteuropäischen Diktaturen geworden.

Der Point-Alpha-Preis wird seit 2005 in unregelmäßigen Abständen vergeben. Der erste Preis ging an Helmut Kohl, Michail Gorbatschow und George Bush senior. 2008 folgte der tschechische Schriftsteller und ehemalige Staatspräsident Vaclav Havel, im vergangenen Jahr die DDR-Bürgerbewegung. Die Auszeichnung ist nach einem US-Beobachtungspunkt an der hessisch-thüringischen Grenze aus der Zeit des Kalten Krieges benannt.(dpa)

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