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10 000 Hektar in Südhessen für die Windkraft reserviert

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Schwarz-Grüne Landesregierung genehmigt Vorranggebiete. Streit gibt es vor allem um Standorte im Rheingau und Odenwald. Und dann sind da noch die Weißflächen. 

Die Landesregierung hat den Plan für die Standorte neuer Windräder in Südhessen genehmigt. Damit sei, teilte Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Mittwoch mit, die rechtliche Grundlage für den weiteren Ausbau der Windkraft gelegt.

Der Plan ist heftig umstritten. Vor allem im Rheingau und im Odenwald hat sich der Widerstand von Bürgerinitiativen und Lokalpolitikern gegen die Ausweisung von Vorrangflächen formiert. Insgesamt umfassen die Vorrangflächen 1,4 Prozent des Regierungsbezirks Darmstadt. Das sind etwas mehr als 10 000 Hektar, die sich auf 121 Gebiete verteilen.

Nur dort sollen künftig noch Windkraftanlagen gebaut werden dürfen. Auf den anderen 98,6 Prozent soll das ausgeschlossen sein. Grundlage dafür ist der Teilplan „Erneuerbare Energien“, der zum Regionalplan Südhessen gehört.

In dem Teilplan gibt es auch sogenannte Weißflächen, die 0,8 Prozent des Darmstädter Regierungsbezirks ausmachen. Ob dort auch einmal Vorranggebiete ausgewiesen werden oder nicht, soll später beschlossen werden. Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (Grüne) hatte im vergangenen Jahr die Einschätzung geäußert, dass tatsächlich nur 0,1 Prozent für Windkraft reserviert würden.

Besonders groß ist der Anteil der noch nicht endgültig definierten Gebiete im Rheingau. Dort sind 650 Hektar als Vorranggebiete ausgewiesen, weitere knapp 500 Hektar sind Weißflächen.

Auch auf den Vorrangflächen könne nicht einfach gebaut werden, teilte Al-Wazir mit. Jedes Windrad benötige eine Genehmigung, bei der mögliche Konflikte mit der Besiedlung oder dem Naturschutz geprüft werden müssten. Da 98 Prozent von einer Bebauung ausgeschlossen seien, könne von einer „Verspargelung der Landschaft“ keine Rede sein, sagte der Minister.

Der Teilplan tritt in Kraft, sobald er im Staatsanzeiger veröffentlicht ist. Dies soll laut Wirtschaftsministerium in Kürze geschehen. Die Regionalversammlung Südhessen hatte den Plan im Juni 2019 nach jahrelangem Streit beschlossen. Nord- und Mittelhessen haben schon länger gültige Pläne. Dort sind zwei bzw. 2,2 Prozent der Fläche für Windkraft reserviert.

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