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60 Hektar mögliches Bauland in Rödermark 

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Die Stadt Rödermark  meldet 13 Optionsflächen beim Regionalverband an.

Immer wieder ist im Stadtparlament von Rödermark um die Frage gerungen worden, wie und wohin sich die Kommune entwickeln sollte. Am Dienstagabend waren sich plötzlich alle Stadtverordneten einig: Einstimmig verständigten sie sich darauf, 35 Hektar neue Wohnbauflächen und 25 Hektar für die Gewerbeansiedlung beim Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main anzumelden. Dabei handelt es sich um Optionsflächen, die eines Tages bebaut werden können, aber nicht müssen.

Der Regionalverband will den Regionalen Flächennutzungsplan fortschreiben, der die räumliche Entwicklung des Rhein-Main-Gebiets steuert, und hat deshalb die Kommunen gebeten, ihren künftigen Flächenbedarf anzumelden. Die Rödermarker Stadtverordneten haben sich nun in ihrer jüngsten Sitzung auf 13 Optionsflächen geeinigt, die die Rathausspitze am 29. Mai beim Regionalverband in Frankfurt kundtun wird.

Dass diese Einigung zustande kam, ist umso erstaunlicher, als die Bauverwaltung bei jeder der Optionsflächen erhebliche oder sogar sehr erhebliche Umweltauswirkungen prognostiziert. Beispielsweise bergen Verkehrslärm, Trinkwasserschutz, Überschwemmungsflächen oder Kaltluftschneisen Konfliktpotenzial. „Aber wir brauchen diesen Beschluss, damit Rödermark in Zukunft maßvoll wachsen kann“, sagte Peter Schröder (Freie Wähler).

Für das nächste Stadtparlament, das ab 2021 aktiv sein wird, sei eine solche Weichenstellung sehr wichtig, erklärte Tobias Kruger (FDP). Laut Bürgermeister Roland Kern (AL/Grüne) wird es nämlich bis 2023 dauern, bis die Verbandskammer über den neuen Regionalen Flächennutzungsplan beschließt.

„Es hat keiner einen Anspruch darauf, dass und wann sich auf den neuen Flächen etwas entwickelt“, machte Kruger klar. Die Stadtverordneten würden das Heft des Handelns in der Hand behalten und könnten über jede Fläche einzeln entscheiden.

Der aktuelle Flächennutzungsplan, der die Entwicklung bis zum Jahr 2020 regelt, zeigt für Rödermark noch 19 Hektar Wohnbaureserven und fünf Hektar ungenutzte Gewerbeflächen auf. Alles in allem könnten in der Stadt zukünftig somit 85 Hektar bebaut werden. „Die 85 Hektar werden aber nicht zubetoniert“, beruhigte Schröder. „Wenn wir zehn Prozent davon nutzen, ist das schon viel.“

Die SPD-Fraktion fiel im Anschluss mit ihrem Antrag durch, gutachterlich klären zu lassen, ob denn zügig ein Baugebiet von elf Hektar entwickelt werden kann – wenn möglich, südlich der S-Bahn im Stadtteil Ober-Roden. Rödermark könne damit bis 2025 Wohnraum für 1200 neue Einwohner schaffen. „Warten auf den neuen Flächennutzungsplan dauert zu lange“, begründete Gerd Weber. „Nur wenn das Angebot an Wohnraum steigt, fallen die Preise.“

Bei der Koalitionsmehrheit biss die SPD damit aber auf Granit. Die CDU glaubte, dass solche „Hals-über-Kopf-Beschlüsse“ ein Chaos anrichten, die Grünen plädierten dafür, lieber Potenziale im Innenbereich zu heben.

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