+
In der ehemaligen Bundesmonopolverwaltung für Branntwein (vorne im Bild) soll die Kita für das Quartier untergebracht werden.

Stadtentwicklung

Landschaftsplaner stellen Entwürfe für Park und Wasserspiele in Neu-Isenburg vor

  • schließen

Entwürfe für die Park- und Freiflächen im künftigen Stadtquartier Süd vorgestellt.

Wasserspiele, Marktflächen, viel Grün – an Wünschen mangelte es nicht bei der Bürgerbeteiligung zur Gestaltung der Freiflächen für das künftige Stadtquartier Süd im vergangenen November. Was sich Landschaftsplaner zu diesen Wünschen haben einfallen lassen, wurde am Donnerstag vorgestellt. Das Frankfurter Büro Dittmann + Komplizen, Ipach Mayerhofer aus Neu-Isenburg und das Wiesbadener Büro DLA Die Landschaftsarchitekten haben erste Entwürfe vorgelegt, die von knapp 30 Bürgern am Donnerstag begutachtet wurden.

„Die Entwürfe sind alle nicht in Stein gemeißelt, es sind alles erst Überlegungen, wie es später aussehen könnte“, sagt Barbara Ettinger-Brinckmann vom Büro ANP, das die Moderation der Planungen übernommen hat. Und so sind viele der auf den Plänen vorgestellte Elemente noch Platzhalter: Wie es später wirklich auf den beiden Freiflächen und dem Park dazwischen aussehen wird, muss erst in Feinabstimmungen beschlossen werden.

Im Norden, auf dem Gelände der ehemaligen Branntweinmonopolverwaltung soll ein Quartiersplatz entstehen, dem schließt sich nach Süden ein rund 180 mal 25 Meter großer Grünstreifen an. Den Abschluss bildet im Süden ein Platz, der hauptsächlich als Spielplatz genutzt werden soll.

Die drei Entwürfe ähneln sich in vielen Punkten, das größte Unterscheidungsmerkmal ist die geplante Wegführung durch den Park: Während das Büro DAL auf zwei Wege rechts und links entlang des Grünstreifens setzt, planen die beiden anderen Landschaftsarchitekturbüros je einen leicht geschwungenen Weg mittig durch das Gelände. „Wird denn bei zwei Wegen so nah an den Wohnhäusern auch die Privatsphäre berücksichtigt?“, will ein Besucher wissen. Die Wege seien in „respektvollem Abstand“ zur Wohnbebauung geplant, heißt es. Die anderen Planungen setzen vor allem auf Sichtschutz durch Hecken und Sträucher.

Wie in der Planungswerkstatt gewünscht, sind bei allen Entwürfen Brunnen oder Wasserspiele auf dem Quartiersplatz eingezeichnet. Am kleinsten fallen diese in der Planung bei Dittmann + Komplizen aus, DAL setzt auf große, aber flache Wasserbecken, in denen sich die Umgebung spiegeln soll und Ipach Mayerhofer auf mit LED beleuchtete sprudelnde Wasserspiele. Auch die gewünschten Sport- und Spielelemente sind bei allen Entwürfen verzeichnet – teils so viele, dass zu überlegen sei, ob wirklich alle nötig seien, sagt Ettinger-Brinckmann. „Richtige“ Sportfelder seien aus Lärmschutzgründen ohnehin nicht zu realisieren, sagt Claudia Metzner, Fachbereichsleiterin der Stadtplanung.

Unbedingt sei bei der Bepflanzung auf heimische Arten zu achten, gibt eine Besucherin zu bedenken, denn nur diese böten heimischen Insekten Lebensraum. Das sei auch geplant, versichert Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos), Exoten würden keine angepflanzt.

Unbeantwortet blieb die Frage zweier Bürger nach den Kosten. Da es bisher nur Vorentwürfe seien, gebe es auch noch keine Kostenschätzung dafür, sagt Ettinger-Brinckmann. Bürgermeister Hunkel erinnert daran, dass die Gestaltung der Freiflächen von den Bauherren bezahlt werde, die Stadt bekomme danach die Flächen überschrieben und müsse diese künftig pflegen. Die anfallenden Pflegekosten würden aber selbstverständlich bei der Entscheidung für einen der Entwürfe berücksichtigt, betont Hunkel.

Bis Juni, spätestens aber Juli will die Stadt eine Entscheidung für einen der Entwürfe treffen, auch ein Mix aus den Entwürfen sei möglich. Bis Jahresende soll ein rechtskräftiger Bebauungsplan aufgestellt werden.

Das Stadtquartier Süd

Das Stadtquartier Süd ist ein rund zwölf Hektar großes Gebiet zwischen Schleussnerstraße, Hugenottenallee und Frankfurter Straße. Es umfasst die ehemaligen Flächen des Güterbahnhofs, der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein, des Agfa-Geländes und des DLB-Betriebshofs. 

Rund 750 Wohnungen für 1700 Personen und maximal 1900 Arbeitsplätze im Bürosektor sind auf dem Gelände laut Planung möglich. 

Knapp ein Hektar des Quartiers soll Park und Freifläche werden, Einkaufsmarkt und Kita sind im Norden ebenfalls vorgesehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare