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Gerichtsprozess

Haus in Rödermark mit fingierten Lohnzetteln gemietet

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Weil sie ein Einfamilienhaus in Rödermark mit gefälschten Gehaltsnachweisen gemietet und dann sogar gekauft hatten, standen zwei Frauen vor dem Langener Amtsgericht.

Das Einfamilienhaus in Rödermark sieht richtig gut aus, doch das nötige Kleingeld fehlt, um es zu mieten oder möglicherweise sogar zu kaufen. Zu allem Überfluss gibt es auch noch einen negativen Schufa-Eintrag. Also dachten sich zwei Frauen, 49 und 29 Jahre alt, man könne ja die Gehaltsnachweise fälschen, um dort einzuziehen – und fanden sich am Montag vor den Schranken des Amtsgerichts Langen wieder. Da aber die beiden Hauptzeugen von der Immobiliengesellschaft durch Abwesenheit glänzten, kam das betrügerische Duo mit einem blauen Auge davon: Richter Volker Horn stellte das Strafverfahren ein.

Sowohl die 49-Jährige als auch die krebskranke 29-Jährige beziehen Hartz IV, was sie im Juni 2020 aber nicht davon abhielt, sich für das Haus zu bewerben, das mit 1400 Euro Miete zu Buche schlug. Zum 1. Juli 2020 wurde der Mietvertrag geschlossen. Die Frauen kennen sich seit 2015, als die Jüngere an Leukämie erkrankte und bei der Älteren, einer studierten Heilpraktikerin, Hilfe suchte, und hatten vorher schon zusammengewohnt.

Der Langener Immobiliengesellschaft gegenüber gaben sie sich nicht nur als Schwestern aus, sondern legten auch gefälschte Einkommensnachweise vor. Die Jüngere täuschte vor, Polizeibeamtin zu sein und 3605 Euro monatlich zu verdienen, die Ältere gab in der Selbstauskunft 2200 Euro netto an. „Ich sah mich auf dem angespannten Markt in aussichtsloser Situation, eine Wohnung zu finden“, begründete die 29-Jährige die Täuschungen.

Der Staatsanwalt warf den zwei Frauen am Montag nicht nur Urkundenfälschung, sondern auch Betrug vor. Unter Vorspiegelung einer zu erwartenden Erbschaft hätten sie sich nämlich auch einen Kaufvertrag für das Haus im Wert von einer Million Euro erschlichen. Die Rechtsanwältin der Angeklagten relativierte: Schon beim Abschluss des Mietvertrags habe ihre jüngere Mandantin geäußert, sie sei unsicher, ob die Finanzierung des Hauskaufs klappen werde. Deshalb sei eine Rücktrittsvereinbarung geschlossen worden. Dann habe sie erfahren, dass aus dem avisierten Erbe vom Opa nichts wird, und von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht.

Im Übrigen habe sie dem Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft gebeichtet, dass sie keine Polizistin sei. „Er hat mir zugesichert, dass das keine Rolle spiele“, sagte sie vor Gericht. Trotzdem erfolgte am 4. November die Zwangsräumung der Wohnung.

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