Mordversuch in Waldeck

Haus der Ex-Freundin angezündet

Landgericht Kassel: Angeklagter schweigt in Mordprozess

Wegen des versuchten Mordes an seiner Ex-Freundin und ihren Kindern steht seit Montag ein 30-Jähriger vor dem Landgericht Kassel. Er soll im vergangenen Mai nachts das Haus seiner Ex-Freundin in einem Ortsteil von Waldeck (Kreis Waldeck-Frankenberg) angezündet haben. Die junge Mutter bemerkte das Feuer durch einen Zufall und rettete sich mit der drei und vier Jahre alten Tochter ins Freie. Das Motiv der Tat soll Rache gewesen sein. Die Frau hatte die Beziehung zu dem Mann abgebrochen. Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte. 

Vor Gericht berichtete die 28-Jährige von dem Psychoterror, der der Tat vorausgegangen sein soll. Demnach hatten sich die junge Mutter und der 30-jährige Deutsche in sozialen Netzwerken kennengelernt. Er hielt sich mit kleineren Jobs über Wasser oder war arbeitslos. Der Mann wohnte zeitweise im Haus der Frau und habe "auf meine Kosten schön leben wollen", sagte sie. Nach dem Ende der Beziehung habe sie ihn vor die Tür gesetzt. "Irgendwann ist er ganz durchgedreht." Laut der Mutter folgten Nachrichten über Internet und Handy, Drohungen gegen die Familie, einmal sei der Angeklagte bei ihr eingebrochen. Laut Anklage soll der 30-Jährige in die Scheune des Hauses eingebrochen sein und das Feuer gelegt haben. Ihm sei klar gewesen, dass der Brand auf andere Gebäudeteile übergreifen werde, erklärte der Staatsanwalt: "Den Tod der drei Bewohner nahm er billigend in Kauf." Doch die Frau konnte nicht schlafen und hörte das Knistern der Flammen. Das Haus brannte komplett ab, der Schaden beträgt laut Nebenklage knapp 700 000 Euro. In dem Prozess wegen versuchten Mordes, vorsätzlicher Brandstiftung und Sachbeschädigung soll es frühestens im Mai ein Urteil geben. (dpa/lhe)

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