1. Startseite
  2. Rhein-Main

Streckensperrung zwischen Frankfurt und Mannheim: Harte Zeit für Bahn-Reisende

Erstellt:

Von: Michael Bayer

Kommentare

Es ist konsequent, die Gleise komplett zwischen Frankfurt und Mannheim zu sperren. Für Reisende muss aber mehr Entschädigung geben. Ein Kommentar.

Die vergangenen Monate auf der Riedbahn brachten selbst hartgesottene Fans des Reisens auf der Schiene an den Rand der Verzweiflung. Regionalzüge waren über Tage so spät, dass sie es nicht einmal schafften, in den Takt der eine Stunde danach geplanten Verbindung zu springen. ICE-Personal der Deutschen Bahn ermunterte Fahrgäste irgendwo zwischen Frankfurt und Mannheim zu Rauchpausen vor der Tür – es waren ja noch drei Gegenzüge vor der Baustelle abzuwarten. In Lampertheim blockiert seit einer Woche ein Güterzug, bis oben hin gefüllt mit Kohle, einen Bahnsteig – obwohl diese Fracht ja neuerdings bevorzugt behandelt werden soll.

Das zeigt: Der Versuch, die in den ersten Abschnitten im Jahr 1869 eröffnete Riedbahn im laufenden Betrieb zu sanieren, ist gescheitert. Jedenfalls gelang es der DB Netz nicht, praktikable Baustellenfahrpläne zu erstellen.

Frankfurt: Deutsche Bahn sperrt Gleise zwischen Hauptbahnhof und Bahnhof Mannheim

Insofern ist es konsequent, die Gleise komplett zu sperren – und dann wirklich gründlich herzurichten. Dass die Deutsche Bahn das tatsächlich vorhat, daran lassen die vorgestellten Pläne wenig Zweifel. Im Grunde wird die Strecke abgerissen – und komplett frisch aufgebaut. Ganz so neu, wie es Verkehrsminister Volker Wissing darstellt, ist die Idee übrigens nicht: Die Schnellfahrstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart wurde vor zwei Jahren nach dem gleichen Prinzip ertüchtigt.

Im Zuge der Sanierung der Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim gelang es der DB Netz nicht, praktikable Baustellenfahrpläne zu erstellen. Nun wird die Strecke komplett gesperrt und neu aufgebaut. (Archivbild 2017)
Von Express keine Spur: Im Zuge der Sanierung der Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim gelang es der DB Netz nicht, praktikable Baustellenfahrpläne zu erstellen. Nun wird die Strecke komplett gesperrt und neu aufgebaut. (Archivbild 2017) © Andreas Arnold/dpa

Klar ist aber auch: Den Reisenden im Nahverkehr stehen nach der Fußball-Europameisterschaft 2024 harte Monate bevor. Denn natürlich werden die Ersatzbusse deutlich länger unterwegs sein als der flotte Regionalexpress oder die S-Bahn. Hier sind die Verkehrsverbünde aufgerufen, mehr als nur kostenlose Leihfahrräder als Entschädigung anzubieten, wie zuletzt auf der Main-Weser-Bahn. Damit am Ende die Zahl der hartgesottenen Fans des Reisens auf der Schiene tatsächlich wieder steigt. (Michael Bayer)

Auch interessant

Kommentare