Hofheim

Ex-Klinikchef erwägt Gang vor Gericht

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Tobias Kaltenbach weist erneut die Vorwürfe zurück. Wenn nötig werde er seine Interessen juristisch durchsetzen. Mit dem Kreis gibt es bisher noch keine Einigung.

Der frühere Chef der Main-Taunus-Kliniken, Tobias Kaltenbach, hat es satt, dass fast ein Jahr, nachdem er als Geschäftsführer ausgeschieden ist, immer noch sein Name im Zusammenhang mit finanziellen Problemen in den Krankenhäusern in Bad Soden und Hofheim genannt wird. „Wenn immer wieder dieselben Vorwürfe kursieren, tangiert dies meine Reputation“, teilte Kaltenbach in einer Stellungnahme mit. Er halte alle Vorwürfe und Forderungen an ihn für „unbegründet und völlig abwegig“. Wenn nötig werde er seine Interessen juristisch durchsetzen, kündigte Kaltenbach an.

Genau das wollen Aufsichtsrat und Gesellschafter des Klinikverbundes der Main-Taunus-Kreiskrankenhäuser und des städtischen Klinikums in Frankfurt Höchst eigentlich verhindern. „Wir sind mit Dr. Kaltenbach im Gespräch. Unser Bestreben ist es, eine außergerichtliche Lösung zu finden, die die Interessen beider Seiten berücksichtigt“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Dachgesellschaft des Klinikverbundes Frankfurt/Main-Taunus, Harald Schmidt, auf FR-Anfrage.

Tobias Kaltenbach, einst als „Architekt des Klinikverbundes“ mit Frankfurt-Höchst hochgelobt, hatte den Konzern Ende Januar 2018 verlassen. Der Klinikmanager Martin Menger wurde sein Nachfolger und Vorsitzender der Geschäftsführung bei den Kliniken Frankfurt-Main-Taunus.

Der Main-Taunus-Kreis und die Stadt Frankfurt warfen Kaltenbach kurz darauf vor, in einer Sitzung des Aufsichtsrates des Klinikverbundes im November 2017 die Situation der Main-Taunus-Kliniken falsch dargelegt zu haben. Kaltenbach kündigte damals ein ausgeglichenes Jahresergebnis an, tatsächlich endete das Wirtschaftsjahr mit einem Fehlbetrag von sechs Millionen Euro. Landkreis und Stadt beschlossen Regressforderungen gegen Kaltenbach, sein Beratervertrag wurde aufgelöst.

Kaltenbach  wehrte sich von Anfang an gegen die Vorwürfe

Tobias Kaltenbach wehrte sich von Anfang an gegen die Vorwürfe und betont auch jetzt wieder: „Ich habe die Gremien stets nach besten Wissen und auf der Basis der mir verfügbaren Informationen unterrichtet.“ Gegenteilige Behauptungen hätten bis heute nicht belegt werden können. Das Defizit beim Eigenkapital der Kliniken in Höhe von 5,8 Millionen sei wesentlich darauf zurückzuführen, dass „Bilanzierungsspielräume zugunsten künftiger Jahresergebnisse ausgenutzt“ worden seien. Dass der Kreistag jetzt einen Verlustausgleich beschlossen habe, wirke sich zum Nachteil aus, ist Kaltenbach überzeugt. „Der Konsortialvertrag mit der Stadt Frankfurt sieht keine Ausschüttungen vor; das Geld ist also endgültig verloren, auch wenn die Bilanzeffekte nicht so negativ ausfallen sollten wie angenommen.“

Er bedaure, dass die neuen Verantwortlichen seine Erfolge im Zusammenhang mit der Sanierung der Main-Taunus-Kliniken negierten, sei dennoch an konstruktiven Gesprächen mit dem Kreis interessiert, teilte Kaltenbach mit. „Ich bin aber nicht bereit, hinzunehmen, „dass weitreichende Diskussionen auf meinem Rücken ausgetragen werden.“

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