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Hans-Christian Mick.

Landtagswahl - Wahlkreis Frankfurt I

Hans-Christian Mick (FDP): Der Sog weiterzumachen

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Hans-Christian Mick will für die FDP noch das ein oder andere Projekt vorantreiben.

In seine politische Karriere ist Hans-Christian Mick irgendwie so reingerutscht. Bereits in der Schulzeit sei er „politisch denkend“ gewesen, sagt der gebürtige Frankfurter. Im Januar 2002, mit 21 Jahren, trat Mick dann in die FDP ein. „Die FDP habe ich mir ausgesucht, weil sie für mich die wirtschaftliche und die gesellschaftliche Freiheit am besten kombiniert“, sagt Mick. Im selben Jahr beginnt er sein Jurastudium, ebenfalls in Frankfurt.

Eigentlich wollte er auch noch einmal eine andere Stadt kennenlernen während des Studiums. Aber da er bei den Jungen Liberalen zahlreiche Ämter übernahm, kam er nicht mehr los von seinen politischen Aufgaben und von Frankfurt. „Das hat sich so entwickelt, ich habe mich treiben lassen, es war ein ziemlicher Sog, weiterzumachen.“

Also wird Mick nicht nur Mitglied im Kreisvorstand der Jungen Liberalen, sondern nach und nach auch stellvertretender Kreisvorsitzender, Kreisgeschäftsführer, Mitglied im Landesvorstand und schließlich stellvertretender Landesvorsitzender. Bei der Landtagswahl 2009 kandidiert er für den Wahlkreis 34, obwohl er eigentlich im Ostend wohnt. „Das hat sich so ergeben.“ Wegen des guten Abschneidens der FDP rutscht er von Listenplatz 17 aus in den Landtag. „Das war etwas überraschend“, bekennt Mick, der seine Doktorarbeit über das Regulierungsverwaltungsrecht vorerst ruhen lässt.

Und natürlich hat sich Mick auch in seiner ersten Amtszeit als Landtagsabgeordneter richtig reingekniet. Die Liste seiner Mitgliedschaften in Ausschüssen ist beeindruckend, zudem ist er Sprecher seiner Fraktion in Sachen Integrations-, Jugend- und Behindertenpolitik. Vor allem die Integrationspolitik liegt dem 32-Jährigen am Herzen: „Ich finde es spannend, das Zusammenleben in unserer Global City zu verbessern und Brücken zu bauen zwischen alteingesessener Bevölkerung und jungen Migranten.“ Seiner Ansicht nach hinkt die politische Debatte in Sachen Integrationspolitik der Lebensrealität hinterher.

Auch wenn Mick von seinem Mandat als Landtagsabgeordneter etwas überrascht wurde, will er gerne noch fünf Jahre dranhängen, um das ein oder andere Projekt voranzutreiben. Etwa den islamischen Religionsunterricht auf den er „schon ein bisschen stolz“ sei. Diesmal geht er von Listenplatz 14 aus ins Rennen. „Es ist kein sicherer Platz, aber von der letzten Wahl habe ich gelernt, nichts auszuschließen.“ Mittlerweile ist er auch „sehr zuversichtlich“, dass es für Schwarz-Gelb erneut reichen wird. „Wir haben in den Umfragen stetig aufgeholt.“

Sollte es mit dem Einzug in den Landtag ein zweites Mal klappen, würde die Doktorarbeit wohl weiterhin in der Schublade ruhen. Ohnehin hat Mick, seit August 2011 Vater der kleinen Finja, für manche Dinge recht wenig Zeit. Zum Joggen kommt er derzeit nur einmal pro Woche und das Schmökern amerikanischer Literatur verlegt er fast ausschließlich in den Urlaub.

Immerhin hat er es geschafft, nebenbei seine Zulassung als Rechtsanwalt in Frankfurt voranzutreiben. „Ich möchte mir meine Unabhängigkeit bewahren und später als Anwalt tätig sein.“ Ein Leben als Berufspolitiker kann er sich noch nicht richtig vorstellen. Aber in seine politische Karriere ist er ja auch irgendwie so reingerutscht.

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