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Handwerker in Hessen haben so viel zu tun, dass sie keine Zeit für die Digitalisierung ihrer Betriebe haben. (Symbolbild)

Handwerk in Hessen

Handwerker zurückhaltender bei Digitalisierung

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Die Handwerksbetriebe in Hessen zeigen sich zurückhaltend bei der digitalen Umstellung. Volle Auftragsbücher stellen ein Hindernis dar.

Hessische Handwerksbetriebe geben mehr Geld für die Digitalisierung aus als Betriebe in anderen Bundesländern. Dennoch hat nur jeder dritte Betrieb in den vergangenen zwölf Monaten eine Maßnahme zur Digitalisierung umgesetzt. So das jetzt veröffentlichte Ergebnis einer Umfrage der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern.

Einer der Gründe: Die Firmen haben so volle Auftragsbücher, dass Digitalisierung nicht als vordringliche Aufgabe angegangen wird. „Die sehr hohe Auslastung lässt kaum Zeit für die Planung und Umsetzung solcher Projekte“, sagt dazu Heinrich Gringel, der Präsident der Arbeitsgemeinschaft.

Handwerksbetriebe nutzen laut Umfrage digitale Lösungen für die Produktion, für Dienstleistungen und die Verbesserung innerbetrieblicher Prozesse. Knapp 32 Prozent der befragten Unternehmen haben dazu innerhalb des vergangenen Jahres Vorhaben umgesetzt. Bundesweit waren es 26 Prozent. In den nächsten zwölf Monaten plant gut ein Drittel weitere Maßnahmen.

Die drei hessischen Handwerkskammern in Kassel, Frankfurt-Rhein-Main und Wiesbaden unterstützen ihre Mitglieder mit Beratern, die kostenlos in Anspruch genommen werden können. Auch der Zuschuss des Landes in Höhe von bis zu 10 000 Euro ist laut Gringel ein gutes Förderinstrument. Betriebe können diesen Zuschuss für die Einführung neuer digitaler Systeme sowie für die Verbesserung der IT-Sicherheit nutzen.

An der Umfrage hatten sich im Frühjahr 2018 knapp 900 Betriebe beteiligt. Sie versprechen sich davon vor allem die Erschließung neuer Kundenkreise (43 Prozent) sowie die Optimierung ihrer Geschäftsabläufe (41 Prozent). Als Haupthinderungsgrund für Digitalisierungsmaßnahmen sehen die Betriebe fehlende zeitliche und personelle Ressourcen.

Die gesamte Umfrage steht im Internet unter www.handwerk-hessen.de

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