An den Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet entstehen weiterhin große neue Hallen, wie hier in Erlensee.
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An den Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet entstehen weiterhin große neue Hallen, wie hier in Erlensee.

Wirtschaft

Handel sucht neue Großlager im Rhein-Main-Gebiet

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Die Nachfrage nach Logistikflächen rund um Frankfurt ist trotz der Krise hoch. Besonders Online-Händler suchen Hallen.

Trotz der Wirtschaftskrise suchen Handelsunternehmen neue große Lagerflächen in der Rhein-Main-Region. Damit dürfte die von Umweltschützern seit Jahren beklagte zunehmende Bebauung landwirtschaftlich genutzter Areale mit riesigen Hallen trotz sinkender Nachfrage von Industrie- und Logistikunternehmen weiter anhalten.

Nach Zahlen von Maklerhäusern lässt etwa der Discounter Lidl in Erlensee (Main-Kinzig-Kreis) ein Logistikzentrum mit 50 000 Quadratmetern Fläche errichten. Der Onlinehändler Amazon hat sich nach Angaben von BNP Paribas Real Estate 16 500 Quadratmeter Fläche in Friedrichsdorf und 15 000 Quadratmeter im rheinland-pfälzischen Bingen gesichert. Ein weiterer Onlinehändler soll laut Nai Apollo im interkommunalen Gewerbegebiet der Stadt Büdingen und der Gemeinden Hammersbach und Limeshain 42 000 Quadratmeter angemietet haben.

Onlinegeschäft wächst

„Corona hat zu einem deutlichen Aufwind im Online- sowie Lebensmittelhandel geführt“, sagt Michael Weyrauch von Nai Apollo. Dieses Segment ist nach Zahlen des Maklerhauses im stark durch die Corona-Pandemie geprägten laufenden Jahr für fast die Hälfte des Flächenumsatzes auf dem Logistikmarkt Frankfurt/Rhein-Main verantwortlich gewesen. Das hat aber nach Beobachtung des Maklerhauses auch mit einer verhalteneren Nachfrage in anderen Segmenten zu tun. So sinke etwa die Nachfrage von Lager- und Logistikunternehmen im Rhein-Main-Gebiet nach Flächen bereits seit mehreren Quartalen. Schon im vergangenen Jahr habe sich die Konjunktur abgeschwächt, die Corona-Pandemie habe diese Entwicklung noch befeuert. Das führe etwa dazu, dass neue Flächen derzeit nicht mehr bereits vor der Fertigstellung vermietet würden.

Für das laufende Jahr hält es Nai Apollo für möglich, dass trotz der Krise zumindest noch so viel Fläche neu vermietet wird wie im vergangenen Jahr. Schließlich seien einige Großabschlüsse bereits angekündigt. Der zukünftige Bedarf hänge davon ab, wann die Gesamtwirtschaft wieder an Fahrt gewinne und wann die Flächennachfrage außerhalb des Handelssegments wieder steige,

Mehr Optimismus verbreiten die Makler:innen von BNP Paribas Real Estate. „Allen Unkenrufen zum Trotz zeigt sich der Frankfurter Logistikmarkt bislang erstaunlich krisenresistent“, sagt Bastian Hafner. Insbesondere die Nachfrage nach Flächen im Frankfurter Kerngebiet und entlang der Nord-Süd-Achse im Rhein-Main-Gebiet und der Region Rhein-Neckar sei nach wie vor stark, sagt sein Kollege Christopher Raabe.

Die beiden Makler weisen auch auf weiter gestiegene Spitzenmieten hin. In Gewerbeparks nahe Frankfurt und im Bereich Mönchhof und Raunheim, also in Flughafennähe, würden inzwischen bis zu sieben Euro pro Quadratmeter gezahlt. Die Durchschnittsmiete für Lagerflächen in der Region liege nun bei 5,35 Euro pro Quadratmeter.

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