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Aus dem Lager zum Kunden - ein Dieselverbot in Frankfurt macht diesen Weg schwieriger.

Fahrverbot in Frankfurt

Handel fühlt sich machtlos

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Joachim Stoll, der Chef der Einzelhändler, betont die Rolle der Belieferung. Fahrverbote in Frankfurt seien nicht im Interesse des Handels.

Joachim Stoll, Vorsitzender des Handelsverbands Frankfurt, erklärt im Gespräch mit der FR, dass der Handel in der Dieseldebatte wenig beeinflussen könne. „Wir sind auf Belieferungen, Zulieferer und externe Dienstleister angewiesen.“ Allerdings wolle man mit diesen reden, um Verbesserungen zu erzielen.

Außerdem versucht der Handelsverband, andere Wege zu beschreiten, und unterstützt beispielsweise Lastenfahrräder. Auch weitere Tests für Alternativen zum Diesel wolle der Verband unterstützen. Massentaugliche Optionen anstatt des Diesel-Lastwagens sieht Stoll momentan aber nicht.

Fahrverbote seien nicht im Interesse des Handels – die Belieferung mit Waren sei sehr wichtig. Deswegen plädiere der Verband für Nachtbelieferungen, um den Tagesverkehr zu entlasten. „Gerade in Wohngebieten ist das aber schwierig“, sagt Stoll.

„Reine Luft ist wichtig, aber die Bevölkerung muss auch versorgt werden.“ Man müsse die Autoindustrie als Verursacher des Ganzen in die Pflicht nehmen. Mittelfristig brauche es ein Verkehrskonzept für die Metropolregion, das Alternativen zum Auto beinhalte. Weiterhin müsse der Ausbau des ÖPNV vorangetrieben werden. Dabei komme es auf Qualität und Quantität an. So müssten manche Linien enger getaktet werden und nicht nur im 30-Minuten-Takt fahren.

Stoll wünsche sich auch eine erhöhte Sauberkeit. „Man muss das Ganze mit dem Blick der Kunden sehen und beachten, was sie brauchen.“

Sollte es in Frankfurt zu Fahrverboten kommen, rechnet Stoll damit, dass sie für die Belieferung nur geringe Auswirkungen hätten. „Durch Sondergenehmigungen wäre eine Belieferung sicherlich weiter möglich.“

Doch die Kunden und Arbeitnehmer könnten ein Problem bekommen. „Es ist schwer voraussagbar, doch gerade diese Gruppen könnten wohl nur eingeschränkt in die Stadt kommen; das wirkt sich negativ auf den Handel aus“, mutmaßt Stoll.

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