1. Startseite
  2. Rhein-Main

Hanau will Gratis-Nahverkehr

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Gregor Haschnik

Kommentare

Ein RMV-Fahrkartenautomat.
Ein RMV-Fahrkartenautomat. © Imago

Die Stadt Hanau will ihren Bürgern einen kostenlosen Nahverkehr bieten. Sie würde sich gern an einem Modellversuch beteiligen und appelliert dazu an Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD).

Hanau verstärkt seine Bemühungen, Modellstadt für kostenlosen öffentlichen Nahverkehr zu werden. In einem Brief an Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) nennen Hanaus OB Claus Kaminsky (SPD) und Stadtrat Thomas Morlock (FDP) Argumente. Schulze hatte vor wenigen Tagen gesagt, dass der ÖPNV zumindest zeitweise kostenlos sein sollte, um neue Mobilitätskonzepte zu fördern.

Laut Kaminsky und Morlock eignet sich Hanau auch kurzfristig für einen Modellversuch, weil der ÖPNV hier fast ausschließlich von Bussen der Hanauer Straßenbahn (HSB) versorgt werde – was zusätzliche Investitionen in Bahnen und Schienen ersparen würde.

Zudem entstünden hier neue Wohngebiete für etwa 5000 Menschen. Die Fast-Großstadt sei ein wachsender Wohn- und Industriestandort mit entsprechenden Herausforderungen, auch beim Verkehr.

Die Stadt begrüße Schulzes Forderung nach günstigeren Bus- und Bahnpreisen. An der Höhe der Tarife im Rhein-Main-Verkehrsverbund äußerten vor allem Menschen mit geringen Einkommen oft Kritik. Für einen Nulltarif sei aber eine „üppige Finanzhilfe des Bundes für Länder und Kommunen unumgänglich“, so Kaminsky und Morlock.

Bei der HSB stand in den vergangenen Jahren am Ende ein jährliches Defizit von etwa vier Millionen Euro. Darüber hinaus müsse die Verkehrsinfrastruktur in Rhein-Main dringend verbessert werden. Der Bund solle gerade bei der seit Langem geplanten nordmainischen S-Bahn „endlich aufs Tempo drücken“.

Auch interessant

Kommentare