Nach 20 Jahren als Vorsitzende der SPD-Fraktion hört Cornelia Gasche auf.
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Nach 20 Jahren als Vorsitzende der SPD-Fraktion hört Cornelia Gasche auf.

Hanau

Wechsel an der Spitze der SPD-Fraktion

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Nach 20 Jahren als Vorsitzende der SPD-Fraktion hört Cornelia Gasche auf. Maximilian Bieri übernimmt das Amt von ihr. Manche sehen in ihm schon den nächsten Oberbürgermeister.

Es ist ein richtungsweisender Wechsel: Nach 20 Jahren als Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Hanauer Stadtverordnetenversammlung hört Cornelia Gasche auf und übergibt an Maximilian Bieri. Wie die Sozialdemokraten am Freitag mitteilten, wurde der Stadtverordnete während einer außerordentlichen Sitzung einstimmig zum Nachfolger von Gasche gewählt.

Maximilian Bieri ist seit 2019 Stadtverordneter. In der SPD wird ihm die Nachfolge von OB Kaminsky zugetraut.

Sie habe die Fraktion „kompetent, mit hohem ehrenamtlichen Einsatz, politischer Sensibilität und größter Zuverlässigkeit, äußerst erfolgreich geführt“, heißt es in der Erklärung. Ihre Parteikollegen im hauptamtlichen Magistrat, OB Claus Kaminsky und Bürgermeister Axel Weiss-Thiel, loben auch den „Fleiß und die Disziplin“ der langjährigen Fraktionschefin. Im Parlament hat die SPD die mit Abstand meisten Sitze und bildet mit Grünen, BfH und FDP eine Koalition.

Gasche, beim Main-Kinzig-Kreis in der Abteilung für Personal, Planung und Organisation in leitender Funktion tätig, habe ihr Amt im kommenden Frühjahr ohnehin „in jüngere Hände“ geben wollen. Nun tue sie dies etwas früher, weil die berufliche Belastung in den vergangenen Monaten stark gestiegen sei. Seitdem ist Gasche hauptverantwortlich für die Personalsteuerung im Gesundheitsamt. Angesichts der coronabedingten Herausforderungen dort könne sie nicht mehr genug Zeit für den Fraktionsvorsitz aufbringen, so Gasche.

Cornelia Gasche stand 20 Jahre lang an der Spitze der SPD-Fraktion.

Sie blicke auf eine erfolgreiche Zeit zurück, zu der unter anderem die „Wiederwahlen für OB Kaminsky und die Bestätigung als stärkste Fraktion im Stadtparlament“ gehörten, aber auch auf bedrückende Monate nach dem rechtsextremen Terroranschlag am 19. Februar und aufgrund der Pandemie, „deren Folgen noch nicht absehbar sind“.

Der 30-jährige Maximilian Bieri, früher Sprecher der Jungsozialisten, sitzt seit 2019 im Parlament und ist seit drei Jahren SPD-Chef im Stadtteil Steinheim. Bieri, der nach einem Studium in den Fächern Mathematik, Informatik und Finanzwirtschaft kürzlich seine Doktorarbeit beendet hat, gilt innerhalb und außerhalb der SPD als aussichtsreicher Anwärter für die Nachfolge von Kaminsky und könnte in den nächsten Jahren zum OB-Kandidaten aufgebaut werden. Darauf deutet die Wahl zum Fraktionschef hin. Kaminsky hat angekündigt, im März 2021 noch einmal anzutreten.

Bieri hatte schon im vergangenen Jahr häufiger in der Stadtverordnetenversammlung gesprochen, um sein Profil zu schärfen. Er wisse um die Herausforderungen des Amtes, sagte Bieri, vertraue aber auch auf die Unterstützung von Fraktion und Partei.

Ziel sei es, die Sozialdemokraten wieder zur stärksten Kraft zu machen. Dazu müsse die SPD sich weiter „als Volkspartei begreifen“, die „die ganze Stadtgesellschaft im Blick“ habe. Neben den Folgen des Terroranschlages und der Pandemie gelte es, weiter an großen Aufgaben wie der Stadtentwicklung, dem sozialen und ökologischen Fortschritt oder der Kreisfreiheit zu arbeiten.

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