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Corona

Hanau: Pandemie verschärft die Not

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Hanau Hilfsangebote der Ökumenischen Wohnungslosenhilfe sind stark gefragt

Menschen, die keine Wohnung haben, können im Franziskus-Haus der Ökumenischen Wohnungslosenhilfe eine Postadresse bekommen und dort ihre Briefe abholen. Mittlerweile nutzen rund 100 Leute das Angebot. Seit zwei, drei Jahren beobachtet Rainer Broßmann, Leiter der Einrichtung, einen Anstieg. Und die Corona-Pandemie hat die Lage verschärft.

Die Hilfesuchenden seien ganz unterschiedlich, manche kämpften mit Drogenproblemen oder psychischen Schwierigkeiten, andere fänden aufgrund des vielerorts zu geringen Angebots an Sozialwohnungen nichts Bezahlbares. Vielen, so berichtet Broßmann, sehe man ihre Not nicht an. Teilweise übernachteten sie bei Freunden und Bekannten, müssten von Sofa zu Sofa ziehen.

Die weiterhin hohe Nachfrage zeigte sich auch in der Notschlafstelle „Schneckenhaus“, die ihren Betrieb kürzlich bis zum nächsten Winter geschlossen hat. Seit Ende November stand sie Obdachlosen in 143 Nächten durchgängig zur Verfügung. Das Haus zählte insgesamt 198 Übernachtungen von 55 Betroffenen, darunter acht Frauen, etwa genauso viele wie im vergangenen Jahr. Wegen der Einschränkungen durch die Pandemie musste die Zahl der Betten auf drei verringert werden. „Die Auslastung war enorm hoch“, sagt die stellvertretende Leiterin des Franziskus-Hauses, Konstanze Fritsch. War der Bedarf höher, wurden die Bedürftigen in städtische Unterkünfte gebracht – in 90 Fällen.

Zwei weitere Hilfen mussten pandemiebedingt reduziert werden: In der Tagesstätte, wo man unter anderem etwas zu essen und trinken bekommt, gibt es 18 statt 50 Plätze, weil Hygienevorschriften wie das Abstandsgebot einzuhalten sind. Ein Schritt, der schmerzhaft, aber unumgänglich gewesen sei, so Broßmann. Und in der Herberge, die durchgängig belegt ist, dürfen zehn statt 15 Menschen aufgenommen werden, in Einzelzimmern. Die Kleiderkammer ist aktuell nicht geöffnet, „auch um unsere Ehrenamtlichen zu schützen“. Ansonsten läuft alles weiter, etwa die ambulante Fachberatung; das Franziskus-Haus war während der gesamten Corona-Krise nie geschlossen.

Als Anlaufstelle da zu sein, sei jetzt besonders wichtig, weil die Herausforderungen für Wohnungslose jetzt noch größer seien. „Es ist schwieriger, wieder Fuß zu fassen“, auch weil Jobcenter teilweise nur online oder telefonisch beraten und für Wohnungslose somit kaum zu erreichen sind. In der Fußgängerzone genug Spenden zu sammeln, ist zurzeit ebenfalls schlechter möglich. Hilfesuchende bleiben nun oft länger im Franziskus-Haus, weil es problematischer ist, sie weiterzuvermitteln. Auch deshalb komme es darauf an, Wohnungslosigkeit möglichst zu verhindern, erklärt Broßmann. Leute in Notlagen sollten frühzeitig Unterstützung erhalten und Vermieter auf Räumungen verzichten.

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