Hanau

Mit UV-Licht und Luftdurchlaufgeräten gegen das Coronavirus

  • Detlef Sundermann
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Die Stadt Hanau beschließt im Kampf gegen Corona eine Kooperation mit dem Lampenhersteller Noblelight. Eine erste Anwendung soll in Schulen erfolgen.

  • Coronavirus: Die Stadt Hanau beschließt Kooperation mit dem Lampenhersteller Noblelight.
  • UV-Licht und Luftdurchlaufgeräte sollen das Coronavirus eindämmen.
  • Corona in Hanau: Oberflächen sollen in Rekordzeit desinfiziert werden.

Hanau - Mit ultraviolettem Licht will die Stadt Hanau die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Dazu wurde die Kooperation mit der Heraeus Noblelight vorgestellt. Das in Hanau ansässige Unternehmen ist ein langjähriger Spezialist für Entkeimungsanlagen für Wasser, Luft und Oberflächen mit energiereichem UV-C-Licht. Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) gab sich zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr die erste Luftentkeimungsgeräte etwa in Schulen installiert werden können. Den heizkörpergroßen Apparat, gibt es derzeit noch als Prototyp.

Hanau: UV-Licht soll Coronavirus eindämmen

Laut Noblelight-Geschäftsführer Martin Ackermann handelt es sich um die erste Partnerschaft mit einer Stadt. Ab Montag soll mit der Stadt ein Konzept erarbeitet werden, wie Schulen, Kitas, Sporthallen oder Bürgerhäuser mit der Technik ausgestattet werden können. Die Anbringung der Luftdurchlaufgeräte und deren Zahl verlange eine raum-individuelle Planung, heißt es. Wo die Geräte zunächst installiert werden, wird mit dem Konzept festgelegt.

Die Stadt Hanau beschließt eine Kooperation mit dem Lampenhersteller Noblelight. Eine erste Anwendung soll in Schulen erfolgen.

Noblelight gegen das Coronavirus: Spitzenstellung auf dem Markt

„Soluva Air“ ist ein neues Design mit bewährter Technik, sagte Ackermann. In einem anderen Maßstab sei sie etwa in der Belüftung der Flughäfen von Singapur und Shanghai installiert. In dem nun vorgestellten Prototyp werden pro Stunde rund 100 Kubikmeter Luft zu 99,9 Prozent desinfiziert. Der Wirkungsgrad sei von der Universität Tübingen bestätigt worden. Damit nehme Noblelight auf dem Markt eine Spitzenstellung ein. Bei einer Klassenraumgröße von etwa 45 Quadratmeter benötigt die Maschine um die eineinhalb Stunden für einen Desinfektionsdurchgang.

Corona in Hanau: Oberflächen in „Rekordzeit desinfiziert“

Überdies hat Noblelight eine UV-C-Handleuchte entwickelt mit der potenziell virenbelastete Oberflächen in „Rekordzeit desinfiziert werden können“. Damit können nicht allein etwa Einrichtungen in Schulen und Kitas behandelt werden, sondern beispielsweise auch die Busse der Hanauer Straßenbahn (HSB). Das Verfahren sei wirksamer als die Benebelung des Innenraums nach jedem Durchlauf. „Die Fahrgäste dürfen sich danach bei der Busnutzung sicherer fühlen“, sagte Ackermann. Er schränkt jedoch ein: „UV-C ist am Ende keine 100-prozentige Lösung, aber ein wichtiger Betrag zur Luft- und Oberflächendesinfektion.“ Überdies verlangt die Anwendung des sehr kurzwelligen UV-Lichtes Sicherheitsvorkehrungen gegen das giftige Ozon und vor gefährlichen Hautverbrennungen.

Hanau: Oberbürgermeister Claus Kaminsky gab sich zuverlässig

OB Kaminsky gab sich zuversichtlich, dass mit dieser Technik bis zur Anwendungsreife eines Impfstoffes gegen das Coronavirus das alltägliche Leben weniger einschränkt wird. Für Schulklassen könne dies bedeuten, dass nach fünf Minuten im Unterrichtsraum der Mund-Nasen-Schutz abgenommen werden könne. „Das ist eine signifikante Verbesserung“, steht für den OB fest. Das Hilfeangebot ging von Noblelight aus, so Kaminsky. Es wäre eine „Form von fahrlässiger Kommunalpolitik“, die Kooperation mit einem etablierten Unternehmen „vorbeiziehen zu lassen“, erklärt er. Kaminsky sprach von einer strategischen Partnerschaft gegen Sars-CoV-2. Zu den Kosten wurden keine konkreten Angaben gemacht. Sie betrügen einen „kleineren vierstelligen Betrag“ pro Luftdesinfektionsgerät. „Der wirtschaftliche und gesundheitliche Nutzen übertrifft deutlich die Kosten“, sagte Kaminsky. Dass die Investition schon bald obsolet seien könnte, glaubt er nicht. „Ich befürchte, dass die Pandemie uns noch lange begleiten wird.“ Überdies komme der nächste neue Virustyp bestimmt. (Von Detlef Sundermann)

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer / dpa

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