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Hanau

Hanau: Linke bleibt Debatte aus Protest fern

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Die Partei kritisiert den Veranstalter, den Verein EU-Kanton Rhein-Main. Dieser weist die Kritik zurück.

Aus Protest nimmt die Linke Main-Kinzig nicht an einer Debatte des Vereins EU-Kanton Rhein-Main zur Bundestagswahl teil. In einem offenen Brief schreibt der Linken-Vorstand, die Partei könne dies nicht mit ihrem Einsatz gegen Rassismus vereinbaren. Denn in dem Zusammenhang „haben wir ein Problem mit dem EU-Kanton Rhein-Main.“

Der Verein wurde vor etwa sieben Jahren gegründet und gibt in der Satzung die Förderung des europäischen Gedankens als Ziel an, etwa durch Bildungsarbeit.

Die Linke verweist unter anderem darauf, dass der EU-Kanton mit der Freien Christengemeinde der AfD-nahen Erika Steinbach 2020 ein Forum für eine Lesung bot und dafür warb. Darüber hinaus trat Gerhard Stehlik nicht nur als Gründungsmitglied des Vereins in Erscheinung, sondern auch durch seine AfD-Mitgliedschaft. Zudem wurde der „Republikaner“ Bert-Rüdiger Förster, der oft durch rassistische Hetze auffiel, von dem Verein aufgenommen. Dieser dulde somit „rassistische Parteien“ und Ansichten. Die Linke und ihr Kandidat Alexander Kuhne wollen „durch unsere Teilnahme nicht dazu beitragen, dass solche Positionen ,normal‘ werden“.

Der Vorsitzende Torben Zahradnicky weist die Kritik auf FR-Anfrage zurück. Der Verein setze sich für die „Förderung internationaler Gesinnung und der Toleranz“ ein. Er könne niemanden ausschließlich wegen Parteizugehörigkeit ausschließen, es sei denn, die Partei werde „vom Verfassungsschutz in ihrer Gesamtheit eindeutig als extremistisch eingestuft“. Die EU lebe davon, dass Menschen unterschiedlichster Ansichten miteinander sprächen. Der EU-Kanton distanziere sich von Rassismus und Extremismus. Förster sei kein Rassist. Das Verhalten der Linken „finden wir sehr schade“.

SPD-Kandidat Lennard Oehl sagt, er halte Äußerungen einzelner Vereinsmitglieder für äußerst fragwürdig. Mit dem Verein selbst habe er aber keine negativen Erfahrungen gemacht. Er diskutiere auch deshalb mit, um „rechtspopulistischen Äußerungen der AfD Paroli zu bieten“. Mit Meysam Ehtemai sitzt ein AfD-Vertreter auf dem Podium – der als einziger Teilnehmer gar nicht im Main-Kinzig-Kreis antritt, sondern in Darmstadt. Marcus Bocklet (Grüne) erklärt, die Kritik an der Veranstaltung mit Steinbach teile er ausdrücklich. Auch müsse der Verein klären, wie er „seine Position eines vereinten Europa“ – die Bocklet unterstütze – mit „deutschnationalen Positionen der AfD“ in Einklang bringe. AfD-Anhänger in seinen Reihen zu dulden, sei auch kein Ruhmesblatt. Dazu werde er dem Verein Fragen stellen. Er gehe strittigen Diskussionen nicht aus dem Weg, so Bocklet. gha

Die Debatte beginnt diesen Donnerstag, 19 Uhr, in der Reinhardskirche Hanau (Jakob-Rullmann-Straße 6).

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