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Ein Monteur schraubt die WLAN-Antennen auf dem Dach einer S-Bahn fest.

Nahverkehr

Halbzeit beim WLAN-Einbau

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Bis Jahresende können Fahrgäste in allen S-Bahnen im RMV kostenlos ins Internet. Die Umrüstung ist im Zeitplan.

Kostenlos und ungestört im Internet surfen: Für Fahrgäste auf den S-Bahn-Linien 2, 3, 4, 5 und 6 ist das uneingeschränkt möglich. Anfang Februar wurde das letzte der 100 Fahrzeuge der Baureihe ET 423 umgerüstet, meldete die Deutsche Bahn (DB) am Montag. Nun starte der Umbau der Baureihe ET 430, der auf den restlichen Linien unterwegs ist. Spätestens Ende des Jahres soll auf sämtlichen 191 Zügen im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) das WLAN-Symbol zu sehen sein. Dann ist der gesamte Fuhrpark mit der neuen Technologie ausgestattet.

Die Sicherheit sei gewährleistet, versichert eine Konzern-Sprecherin. Bevor der Kunde online geht, muss er den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zustimmen. Damit erlaube er die Verwendung der Media-Access-Control-Adresse (MAC-Adresse) seines Endgeräts. „Personenbezogene Daten wie Name, Adresse oder E-Mail-Adresse werden nicht erhoben, ebenso wenig wird das Nutzerverhalten einzelner User überwacht oder mitgeschnitten.“ Wie nahezu alle freien WLAN in Deutschland komme das System ohne Registrierung aus, das heißt unverschlüsselt. Es werde regelmäßig durch externe Gutachter auf Sicherheitslecks überprüft. Aktuelle Updates würden kurzfristig auf die Fahrzeuge aufgespielt, erläutert die Sprecherin.

Rund 600 Fahrkartenautomatenhat der RMV jetzt mit kostenlosem WLAN bestücken lassen.

Die Expressbussesind im RMV ebenfalls mit der Technik ausgestattet sowie die Hessische Landesbahn mit ihren neuen Fahrzeuge vom Typ Coradia Continental.

In Frankfurtist derzeit eine Straßenbahn mit freiem WLAN unterwegs. jur

Besonders bequem: Wer regelmäßig S-Bahn fährt, muss sich nicht jedes Mal neu anmelden. Einmal die AGB akzeptiert, ist man automatisch für sieben Tage eingeloggt. Sollte das nicht erwünscht sein, kann man die Verbindung jederzeit trennen.

Fünf Millionen Euro investiert der RMV in die Ausrüstung. Für Geschäftsführer Knut Ringat ist WLAN „heute eine Selbstverständlichkeit“. Speziell außerhalb Frankfurts gebe es „noch viele weiße Flecken auf der Landkarte, was schnelles mobiles Internet angeht“. Vielerorts seien Fahrgäste schneller im Internet unterwegs als über den eigenen Provider – und sparten auch noch eigenes Datenvolumen. Zustande komme die bessere Verbindungsqualität durch Außenantennen und weil DB und RMV mit mehreren Mobilfunkanbietern zusammenarbeiten. Das ermögliche, dass an jedem Ort der Anbieter mit der besten Netzabdeckung zum Zuge kommt.

Nach Angaben der Deutschen Bahn wird das Zusatzangebot gut angenommen. „Das Kundenfeedback ist positiv“, sagt Christian Roth, Leiter der S-Bahn Rhein-Main. Zwei Millionen Mal sei das kostenlose WLAN alleine im Januar genutzt worden.

Im Juli war die erste S-Bahn mit dem WLAN-Symbol im Rhein-Main-Gebiet unterwegs. Seitdem bauen die Techniker der DB sukzessive Rechner, Router, Modem und Festplatten ein. Jeder Wagen erhält drei Innenantennen, die die Signale der Endgeräte an den Router übermitteln, sowie zwei Außenantennen zur Verbindung mit dem Mobilfunk. Für das neue Angebot fallen demnach pro Fahrzeug rund 150 Arbeitsstunden an.

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