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Die Pünktlichkeit am Flughafen Frankfurt hat sich im ersten Halbjahr leicht verbessert.

Flughäfen

Hahn verliert, weil Fraport wächst

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Ryanair hat sich vom Hunsrück zurückgezogen / Deutsche Flugsicherung zieht Bilanz

Die Zahl der Flüge in Deutschland und Europa ist im ersten Halbjahr 2019 gestiegen. Die Pünktlichkeit hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Flugsicherung (DFS) Langen in ihrem am Montag veröffentlichen Mobilitätsbericht.

Der Trend ist allerdings nicht mehr so stark: Dieser Tage hat Fraport gemeldet, dass sich der Passagierzuwachs in Frankfurt abschwächt. Im ersten Quartal waren es den Angaben zufolge drei Prozent mehr Fluggäste als im Vorjahr, im Juli nur noch 0,8 Prozent mehr. Die Zahl der verspäteten Flugbewegungen nach 23 Uhr ging zwar gegenüber dem Vorjahr zurück (die FR berichtete), doch auch im Juli waren im Schnitt täglich noch sechs Flugzeuge nach Beginn des offiziellem Nachtflugverbots unterwegs.

Deutschlandweit landete im vergangenen Jahr laut DFS jeder Flug im Schnitt 13,8 Minuten später als im Flugplan angegeben. Das waren knapp zwei Minuten mehr als im Vorjahr. Hauptursache in Frankfurt waren demnach mit 41 Prozent die Airlines, gefolgt vom Airport mit 20 Prozent und der Flugsicherung mit 17 Prozent. Gerade zu Stoßzeiten und auf bestimmten, stark frequentierten Strecken bereite es den Fluglotsen Probleme, die nachgefragte Kapazität bereitzustellen.

Dem Bericht zufolge trugen unter anderem die neuen Ryanair-Flüge dazu bei, dass Frankfurt im vergangenen Jahr ein Wachstum von 7,7 Prozent registrierte. Das Nachsehen hatte Hahn im Hunsrück. Der musste ein Minus von 5,8 Prozent verkraften, weil seine Hauptkundin Ryanair ihr Angebot ausdünnte.

Bei den innerdeutschen Flügen führte Berlin–Frankfurt mit rund zwei Millionen Passagieren im vergangenen Jahr die Hitliste an, gefolgt von Berlin–München und Hamburg–München. Auf Position acht: Frankfurt–Hamburg. Die schnellste Verbindung der Deutschen Bahn vom Main in die Hansestadt beträgt gerade mal knapp vier Stunden.

Mit durchschnittlich 1403 Starts und Landungen pro Tag rangiert Frankfurt auf Platz vier der europäischen Metropolregionen. Gleichwohl ist er knapp vor Amsterdam der verkehrsreichste Flughafen Europas. Denn die täglich 3200 Flüge in London verteilen sich auf vier Airports. In Paris (2129 Flüge) und Istanbul (1869) sind es jeweils drei. Frankfurt ist der größte von der DFS-Gruppe kontrollierte Airport. Über ihre britische Tochtergesellschaft ist das Unternehmen außerdem für London-Gatwick verantwortlich – der verkehrsreichste Flughafen der Welt mit nur einer Start- und Landebahn.

In dem Bericht geht die Flugsicherung auch auf die wachsende Gefahr durch Drohnen ein. 31-mal kam es im vergangenen Jahr in Frankfurt zu Störungen durch die unbemannten Flugobjekte, 17-mal wurden sie etwa in Berlin-Tegel gesichtet. Die DFS hat mit einem belgischen Softwareanbieter eine „DFS-Drohnen-App“ entwickelt, die Hobbypiloten kostenlos zeigt, wo sie fliegen dürfen. Mit der Deutschen Telekom stellt sie eine Plattform zur Ortung zur Verfügung, die künftig auch außerhalb der Sichtweite des Piloten eine Ortung ermöglichen soll.

Deutsche Flugsicherung

DFS ist die Abkürzung für Deutsche Flugsicherung – ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit rund 5400 Mitarbeitern.
Es sorgt für einen sicheren und pünktlichen Flugverlauf. 

Rund 2000 Fluglotsen leiten täglich bis zu 10 000 Flüge durch den deutschen Luftraum. Deutschland ist das verkehrsreichste Land in Europa. 

Die Kontrollzentralen der DFS befinden sich in Langen, Bremen, Karlsruhe und München. Sie betreibt Tower an den 16 internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland. 

Die Tochter „DFS Aviation Services GmbH“ vermarktet flugsicherungsnahe Produkte und Dienstleistungen, kontrolliert neun deutsche Regionalflughäfen sowie an den Flughäfen London-Gatwick und Edinburgh. jur
www.dfs.de

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