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Die Zahl von Nico Hägers Helfern wächst stetig. "Die Bereitschaft ist da, was zu machen".

Vom Haben zum Sein

Nico Häger organisiert Benefiz-Parties mit Freunden von Aktiv 7

Von SUSANNE SCHMIDT-LÜER

Haben oder Sein? Nico Häger hat sich entschieden. Zwar ist er lange Zeit nicht über die ersten 40 Seiten in Erich Fromms berühmtesten Buch hinausgekommen, hat "fünf Mal angefangen und es ein Mal komplett gelesen". Aber was er damals in der 12. Klasse spürte, kann er auch heute noch gut in Worte fassen: "Es ist für mich ein Stück Wahrheit. Von Innen heraus kann jeder sich selbst entwickeln und damit die Welt verändern."

Für Nico Häger, der inzwischen im fünften Semester Wirtschaftswissenschaften studiert und auch schon mal im Anzug im Café Rotunde zu treffen ist, weil er gerade die Einführungswochen für Erstsemester mitorganisiert, ist es das Sein, das sein Bewusstsein beflügelt, nicht das Haben. Heute trägt Nico Ringelpulli, den Milchkaffee im geschlossenen Becher hat er noch nicht angerührt.

Was mit "Haben oder Sein" begann, kleidet sich heute in Spaß, Arbeit und gute Gefühle: Mit seinen sieben Freunden von Aktiv 7 organisiert Nico Häger seit 2005 Benefiz-Parties im Studierendenhaus der Uni - zwei Mal im Jahr, mit wachsendem Erfolg.

Geld für Obdachlose

Die jüngste Party brachte 4800 Euro für das Frankfurter Obdachlosen-Projekt Weser5. Bei zivilen Preisen von 1,50 Euro fürs Bier, drei Euro Eintritt und guter Musik konnten zeitweise gar nicht alle Platz finden, die hinein wollten. "Es war geil", sagt Nico und breitet vor der gerundeten Glasfront des Cafés auf dem Campus Westend die Arme aus. Die sieben Freunde, die sich teilweise schon seit der 7. Klasse kennen, sind inzwischen auf zwölf angewachsen, vier Frauen und ein Mann kamen als neue Vereinsmitglieder dazu, auch die Zahl der Helfer hat sich vergrößert. Nico nennt es "einen allgemeinen Trend, die Bereitschaft ist da, was zu machen, es ist eine Win-Win-Situation für alle".

Das Engagement begann mit der Aktion "Deine Stimme gegen Armut", Gelder flossen auch für den World Wildlife Fund (WWF) und für Patenkinder bei Plan International. 11 000 Euro kamen bisher zusammen. Nico wünscht sich "in der Zukunft mehr Sponsoren". Und er kann sich vorstellen, einen Freiwilligen-Tag an der Uni zu organisieren. Doch jetzt rufen die Bücher - nicht Erich Fromm, sondern Volkswirtschaftslehre.

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