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Wenn die Kugeln am festlich geschmückten Baum im Shopping-Center glänzen, steigt die Kauflaune.

Handel in Hessen

Gutscheine zu Weihnachten

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Der hessische Handel rechnet mit guten Umsätzen. Wachstum gibt es allerdings fast nur im Online-Bereich.

Der hessische Handel geht mit Zuversicht in das Weihnachtsgeschäft. Die gute Konjunktur, die erneut gewachsene Zahl von Menschen in Beschäftigung und die im Schnitt gestiegenen Löhne lassen ihn auf Umsätze hoffen, die etwa drei Prozent über denen des Vorjahres liegen. Zumal die Kunden nach einer Befragung des Ifes-Instituts durchaus in Kauflaune sind. Gut 472 Euro wollen die Deutschen im Schnitt diesmal für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das ist etwas mehr als im Vorjahr, aber ein deutlich höherer Betrag als zu Beginn des Jahrzehnts. 

Unterm Weihnachtsbaum landen dürften wieder viele Gutscheine. Gern verschenkt werden in dieser Reihenfolge auch Kosmetika, Bücher, Konzert- oder Theaterkarten, Uhren und Schmuck, Spielwaren, Bekleidung und Bargeld. Gutscheine und Geld würden inzwischen in einem Ausmaß verschenkt, dass es die früher typische Umtausch-Welle Anfang Januar nicht mehr gebe, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Hessen, Michael Kullmann, am Montag bei der Vorstellung der Zahlen. Stattdessen lösten Kunden nun ihre Gutscheine ein. 

Auch für das Jahresergebnis ist der hessische Handel vorsichtig optimistisch, rechnet mit einem Umsatzplus von zwei Prozent. Wachstum generiert allerdings in erster Linie der Online-Handel, der nach Schätzung des Verbands um zehn Prozent zulegt. Der stationäre Handel stagniert dagegen trotz der günstigen Rahmenbedingungen. 

Etwa jeder zehnte Euro im hessischen Handel wird nach Schätzung des Verbands inzwischen online erwirtschaftet. Und das, obwohl der Kauf per Mausklick im besonders umsatzstarken Lebensmittelbereich weiterhin eine sehr kleine Rolle spielt. Dass sich das Wachstum des Online-Handels abschwächen könnte, hält der Präsident des Handelsverbands Hessen, Jochen Ruths, für gut möglich. Zumal nicht nur zur Weihnachtszeit Lieferschwierigkeiten zunehmen. Dass sich der Trend zum Bestellen und Liefernlassen umkehren wird, ist aber nicht in Sicht. 

Auch deshalb blickt der stationäre Handel eher pessimistisch in die Zukunft. Besonders skeptisch sind ausgerechnet die Händler in den Innenstädten. Fast die Hälfte gab bei der jüngsten Konjunkturumfrage des Handelsverbands Deutschland an, die Geschäftslage habe sich verschlechtert. Selbst im ländlichen Raum sind die Händler positiver gestimmt. Das Problem, dass die Passantenfrequenz sinkt, habe auch die Zentren der Großstädte erreicht, erläuterte Ruths. 

Der Vorsitzende der Frankfurter Einzelhändler, Joachim Stoll, bestätigt das. Die Frequenz auf der Zeil stagniere trotz des in den vergangenen Jahren immensen Bevölkerungszuwachses der Stadt, sagt er im Gespräch mit der FR. Es kämen auch mehr Touristen in die Stadt, doch diese kauften nicht mehr so viel wie früher. Die Folge sei, dass bei vielen Händlern die Kosten stiegen, die Umsätze aber stagnierten. 

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