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Die tägliche Medienpräsenz scheint Bernhard Hoëcker nicht zu genügen. Auch auf der Bühne unterhält der schlaue Besserwisser die Leute mit dem, was er kann: humorig auf die Menschen zugehen.

Bernhard Hoëcker

Und täglich lockt der Besserwisser

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Die tägliche Medienpräsenz scheint Bernhard Hoëcker nicht zu genügen. Auch auf der Bühne unterhält der schlaue Besserwisser die Leute mit dem, was er kann: humorig auf die Menschen zugehen.

Bernhard Hoecker-von-Mühlenfels, wie der bürgerliche Name des gebürtigen Pfälzers lautet, ist derzeit Hansdampf in allen Gassen. Fast täglich tritt er mit seinem ansonsten eher nutzlosen Wissen – wen interessiert schon, wie viele angeblich echte Nägel es vom Kreuz Jesu gibt – in Quizsendungen, Comedy- oder Talkshows auf. Der unauffällige kleine Mann mit Halbglatze hat es geschafft, Everybodys Darling zu werden.

Hoëcker weist den für öffentliche Spaßmacher typischen Werdegang auf: Wegen Latein und Englisch blieb er sitzen. Das Volkswirtschafts-Studium brach er nach dem Vordiplom ab („Heute wäre das ein Bachelor.“) Und in der Öffentlichkeit erstmals auffällig wurde er – wie viele seiner Kollegen, ob Harald Schmidt, Günther Jauch oder Mario Barth – als Messdiener in Frankfurt-Preungesheim.

Charmantes Scheitern

Dabei zeigt sich gerade durch seine häufigen Auftritte, dass er durchaus kein Überflieger ist und des Öfteren scheitert. Was er dann um so charmanter erklärt. Und das ist es, was ihn symphatisch macht, auch dem Publikum bei seinem Auftritt am Samstag im Aschaffenburger Hofgarten. Das umarmt er von Beginn an, fragt nach Herkunft und Ausbildung oder wie sich ein Paar kennengelernt hat. Und nutzt die Pause dazu, Fotos von den Heimatorten der Gäste aus dem Internet zu klauben und dann auf die Leinwand zu projizieren.

Das eigentliche Programm „So liegen Sie richtig – falsch“ ist eigentlich nur ein Sammelsurium bei dem sich der 47-jährige Familienvater scheinbar wahllos mit den Tücken der verbalen und nonverbalen Kommunikation herumschlägt, mit Evolution, Mythologie, Religion und den erlernten Strategien unseres Gehirns, die oft nützlich sind, aber fast ebenso oft aufs Glatteis führen.

Einen Klugscheißer lässt er sich wohl nennen, aber dafür fehlt ihm der belehrende Zeigefinger. Seine Erkenntnisse und Analysen teilt der Wahl-Bonner eher beiläufig mit. Etwa dass deutsche Anglizismen oft im englischsprachigen Ausland gar nicht verstanden werden. Da gibt es nämlich kein Handy sondern ein Mobile Phone. Und Public Viewing bedeutet bei den US-Amerikanern nicht Fussball-Gucken sondern das öffentliche Aufbahren von Gestorbenen.

Hoëcker entzaubert Merkel-Raute

Politik kommt bei dem Comedian eigentlich gar nicht vor, allenfalls wenn er erklärt, dass die berühmte Merkel-Raute wohl nichts mit einem Geheimorden zu tun hat, wie von Verschwörungstheoretikern behauptet wird. Die einfache Erklärung sei oft die beste, weiß

Hoëcker. Mit den aneinandergelegten Fingern vermeide die Kanzlerin schlicht und einfach hektische Bewegungen und zwinge sich zu einer ruhigen Haltung.

Und so erfahren die Zuhörer, dass die Europäer von ihrer Herkunft her eigentlich Schwarzafrikaner mit Pigmentstörungen sind („Das sagen Sie mal in Thüringen oder Sachsen. Da werden die Leute unruhig.“). Dass Walküren eigentlich Elfen sind und erst durch die Besetzung mit dicken Frauen in Wagner-Opern eine „extrem erotische Nutzfläche“ erhielten. Und dass man den Rotz in der Nase eigentlich hochziehen sollte, um die Nebenhöhlen zu schonen. – Wenn das mal keine Erkenntnis fürs weitere Leben ist.

Bernhard Hoëcker ist am 3. Juni und am 6. November im Mainzer Unterhaus zu sehen, außerdem am 7. September im Neuen Theater Höchst. Weitere Infos unter www.bernhard-hoecker.de.

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