Langen

Grundsteuer soll in Langen massiv ansteigen

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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In Langen soll sich der Grundsteuer-Hebesatz für bebaute und bebaubare Grundstücke sehr stark erhöhen – von 675 auf 892 Punkte.

Die Stadt Langen wird Mieter:innen, Haus-, Wohnungs- und Grundstücksbesitzer:innen im Jahr 2021 wohl mächtig an den Geldbeutel gehen: Der Haupt- und Finanzausschuss hat am Dienstagabend schon mal mehrheitlich dafür gestimmt, die Grundsteuer B um mehr als 200 Prozentpunkte – genau gesagt um satte 217 Prozentpunkte – auf 892 Punkte zu erhöhen. Das letzte Wort haben die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 2. Dezember.

Aktuell liegt der Grundsteuer-Hebesatz bei 675 Punkten. Erst im Vorjahr wurde er um 25 Prozentpunkte angehoben, um zusammen mit einer zehnprozentigen Gewerbesteuererhöhung die „schwarze Null“ zu erreichen, die die schwarz-grüne Landesregierung der Stadt auferlegt hatte.

Die nun ins Auge gefassten 892 Grundsteuer-Punkte sollen das knapp 3,67 Millionen Euro große Haushaltsloch ausgleichen, das im Etatentwurf 2021 klafft. In Langen müssen nämlich dringend Plätze in der Kinderbetreuung geschaffen werden – aktuell fehlen mehr als 500 Kita-Plätze.

Nur mit einer Steuererhöhung könne man den Betrag erwirtschaften, der dafür benötigt wird, das hatte Bürgermeister Jan Werner (CDU) schon bei der Einbringung des Haushaltsplans im September erklärt. Ohne massive Grundsteuererhöhung wäre der Haushalt defizitär, die Kommunalaufsicht würde ihn nach einer Prüfung ablehnen. Dann müssten erneut Geldquellen gefunden werden, und es würde Herbst, bis ein genehmigter Haushalt vorläge. Bis dahin könnte die Stadt keinen einzigen der drei Kita-Neubauten beginnen, die die Stadtverordneten in ihrer vergangenen Sitzung beschlossen haben.

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