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Mehr als 10.000 Menschen wurden alleine von Januar bis August 1941 in der damaligen Landesheilanstalt Hadamar in der Gaskammer erstickt.

Hadamar

Grünes Licht für Umbau der Gedenkstätte Hadamar

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Der Bund übernimmt einen Teil der Kosten für die Erweiterung und eine moderne Dauerausstellung in Hadamar. Immer mehr Menschen besuchen die ehemalige Tötungsanstalt der Nazis.

Gute Nachrichten aus Berlin: Die Gedenkstätte Hadamar kann wie geplant erweitert und die Ausstellung neu konzipiert werden. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat zugesagt, sich an den Kosten bis 2025 mit 5,42 Millionen zu beteiligen, teilte der Landeswohlfahrtsverband (LWV) mit. Damit können die Arbeiten noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden und wie geplant 2020 beginnen. Insgesamt werden Umbau und Neugestaltung demnach rund 13,5 Millionen Euro kosten. Rund 8,1 Millionen Euro tragen der LWV und das Land je zur Hälfte.

Die Gedenkstätte befindet sich im denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Tötungsanstalt auf dem Gelände der Landesheilanstalt Hadamar, heute Vitos Hadamar. Sie ist Ort der Mahnung an die Euthanasie-Verbrechen der NS-Zeit in Hessen, aber auch von nationaler Bedeutung. Sie verfügt über eine große Datenbank mit Informationen zu den Opfern.

Gedenkstätte
Mehr als 10.000 Menschen wurden alleine von Januar bis August 1941 in der damaligen Landesheilanstalt Hadamar in der Gaskammer erstickt. Weitere 4500 Menschen wurden von 1942 bis 1945 im Rahmen der so genannten dezentralen Euthanasie durch überdosierte Medikamente oder Hungerrationen getötet.

Anfang der neunziger Jahre errichtete der Landeswohlfahrtsverband die Gedenkstätte. Seit 1953 erinnerte eine Gedenktafel im Eingangsbereich an die Verbrechen. Seit 2014 wird sie von dem Historiker Jan Erik Schulte geleitet. jur

www.gedenkstaette-hadamar.de

Die Finanzzusage aus Berlin ermögliche, das Gedenken an die Opfer neu und zeitgemäß wach zu halten, sagte Andreas Jürgens, der für die Gedenkstätte verantwortliche Erste Beigeordnete des LWV. „Das Gedenken ist ein Zeichen für Humanität und für die Bedeutung unserer Demokratie.“

Bis 2025 soll die Gedenkstätte umgebaut und erweitert werden. Denn die Besucherzahlen wachsen ständig. Mit 20 000 im Jahr stieg ihre Zahl in den vergangenen fünf Jahren um ein Drittel, überwiegend sind es Schülerinnen und Schüler. So viele Menschen sind laut LWV räumlich und personell auf Dauer nicht zu verkraften.

Möglich wird die Erweiterung, weil der LWV jenen Teil des Gebäudes übernehmen kann, den bis 2017 Vitos Hadamar genutzt hatte. Damit verdoppelt sich die bisherige Gesamtfläche der Gedenkstätte, die Ausstellungsfläche verdreifacht sich.

Während des Umbaus bleibt die Einrichtung für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Danach gibt es für sie einen Rundgang. Er beginnt im Westflügel mit der Erläuterung der Geschichte des Gebäudes. Anhand der historischen Orte werden sie dann dem Weg der Ermordeten folgen, von der Busgarage über den damaligen Auskleideraum bis in den Keller, wo die Gaskammer, der Sezierraum und Reste des Krematoriums zu sehen sind.

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