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Der Maindeich in Offenbach in Höhe der Innenstadt.

Offenbach

Grünes Licht für die Maindeichsanierung in Offenbach

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Das Regierungspräsidium akzeptiert die überarbeiteten Pläne für die Maindeichsanierung in Offenbach. Allerdings verzögert sich der Baubeginn.

Was lange währt, wird endlich gut“, hatte Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) im vergangenen Herbst optimistisch gesagt, das Regierungspräsidium (RP) werde die überarbeiteten Pläne für die dringend notwendige Maindeichsanierung zügig genehmigen. Es dauerte dann doch noch bis zum 10. Februar, bis der Entwurf des Planfeststellungsbeschlusses der Stadt zuging. Gestern endete die Anhörungsfrist.

Die Stadt habe den Bescheid „vollumfänglich angenommen“, sagte die stellvertretende Stadtplanungsamtsleiterin Sigrid Pietzsch auf FR-Anfrage. Es gebe zwar neue Auflagen, doch diese seien „völlig normal“ für ein Hochbauvorhaben dieser Größenordnung. Allerdings werde sich der Baubeginn verzögern, da die Stadt drei bis vier Monate früher mit dem Bescheid gerechnet habe. „Und diese Zeit werden wir auch nicht aufholen können.“

Baubeginn wird also nicht mehr im Frühjahr, sondern erst im Sommer 2021 sein. Pietzsch rechnet mit zweieinhalb Jahren Bauzeit. Die Deichsanierung könnte also Ende 2023 abgeschlossen sein. Nach derzeitigem Stand bleibe es bei Gesamtkosten von 19 Millionen Euro, sagte sie.

Erst wenn der Planfeststellungsbescheid rechtsgültig ist, das könnte Ende April sein, kann der zweite Teil der Planungsleistung ausgeschrieben werden. Nötig sei ein EU-weites Vergabeverfahren, das sich fünf bis sechs Monate hinziehen werde, so Pietzsch.

Auflagen des RP

Zu den Auflagen des RP zählt nach ihren Angaben unter anderem, dass die Stadt einen Plan vorlegen muss, wie sie während der Bauphase den Hochwasserschutz sicherstellen will. Wegen des großen Umfangs der Deichsanierung soll ein Teil des Parkplatzes am Main als Baustellen- und Lagerfläche genutzt werden. Auch in diesem Fall muss die Stadt Sorge dafür tragen, dass im Fall eines Hochwassers das Gelände rechtzeitig geräumt werden kann. Während der Bauzeit müssen Bürger mit Einschränkungen für das Parkplatzangebot und den Flohmarkt rechnen.

Der 2,6 Kilometer lange städtische Teil des 130 Jahre alten Maindeichs ist nicht mehr standfest und auch nicht hoch genug für ein sogenanntes 200-jähriges Hochwasser. Schon 2006 hatte das RP die Sanierung angemahnt. Nach intensiver Bürgerbeteiligung wurde 2011 beschlossen, den Damm in Höhe des Schlosses abzusenken, um die Stadt zum Main hin zu öffnen. Aus Sicherheitsgründen lehnte das RP dies ab.

Eine freie Sicht von der Stadt auf den Fluss wird es also nicht geben. Die genehmigten Pläne sehen vor, das neue Deichtor an der Schlossstraße auf 15 Meter zu verbreitern und auf 2,50 Meter zu erhöhen. Es soll einen barrierefreien Zugang zur Deichpromenade und in Höhe der Herrnstraße zum Main geben. An beiden Stellen ist ein mobiler Schutz geplant.

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