Offenbach

Nur die Grünen jubeln

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Am Tag nach der Europawahl sind die anderen Parteien enttäuscht.

Am Tag nach der Europawahl waren nur die Grünen „sehr zufrieden“ mit ihrem Abschneiden. Mit 25,8 Prozent der Stimmen wurden sie, wie schon bei der Landtagswahl im Herbst 2018, stärkste Kraft in Boomtown Offenbach, das Ende März dieses Jahres 139 000 Einwohner zählte. „Wir sind hocherfreut“, sagte Kreisverbandsvorsitzende Birgit Simon über ein Plus von 11 Punkten gegenüber der Europawahl 2014 und über die gestiegene Wahlbeteiligung. Tatsächlich hat Offenbach um 14,4 Punkte auf 51,4 Prozent zugelegt. Trotzdem ist die Kommune unter den kreisfreien Städten Hessens damit immer noch das Schlusslicht.

Simon führte das Grünen-Ergebnis auf die Umwelt- und Flüchtlingspolitik und das klare Bekenntnis zu Europa zurück. Die Kommunalpolitik und insbesondere die Grundsteuererhöhung hätten bei der Stimmabgabe keine Rolle gespielt.

Das sah der Koalitionspartner ähnlich. CDU-Fraktionschef Roland Walter meinte, die Diskussionen der vergangenen Wochen hätten sich nicht negativ ausgewirkt. Zufrieden war er mit 20,4 Prozent (minus 6,7 Punkte) aber nicht. Man wolle stärkste Partei in Offenbach sein. „Daran müssen wir arbeiten.“ Einen Grund für das magere Ergebnis sah er in der Fokussierung auf ein Thema. Eine Volkspartei wie die CDU wolle Antworten für viele Themen geben. Der SPD-Parteivorsitzende Christian Grünewald nannte die 16,3 Prozent der Stimmen (minus 11,2 Punkte) „emotional enttäuschend“. Es sei durchweg ein Europawahlergebnis.

FDP-Parteivorsitzender Paul-Gerhard Weiß bewertete die 5,5 Prozent (plus 2,2 Punkte) als ein Zeichen, „dass wir aus dem Tal der Tränen heraus sind“. Elke Kreiss von den Linken (7,3 Prozent, minus 1,4 Punkte) nannte es „bitter, dass wir hinter der AfD liegen“. Die niedrige Wahlbeteiligung habe mit der Kommunalpolitik zu tun. Die Bürger hätten das Gefühl, nichts ändern zu können.

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