+
Die Rodungen im Protestcamp beginnen. Hier wird ein Baum mit Baumhaus gefällt.

Nordwestlandebahn

Grüne im Zentrum der Kritik

  • schließen

Naturschützer sind ob der Räumung des Protestcamps verägert und fordern ernneut einen Gleisanschluss für das Terminal 3. Die Fraport spricht von einem erreichten Meilenstein.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat anlässlich der Campräumung seine Forderung nach einem Gleisanschluss für das Terminal 3 erneuert. „Die Fraport provoziert den Verkehrskollaps rund um den Flughafen und das Frankfurter Kreuz“, kritisiert Vorstandssprecher Stephan Baumann. Die Kosten für den Bahnanschluss müsse Fraport übernehmen. Wieder einmal erweise sich der Planfeststellungsbeschluss zum Flughafenausbau als „Teil einer gigantischen Fehlplanung“. Der S-Bahn-Anschluss wäre längst im Bau, hätte man ihn als Voraussetzung für den Betrieb des Terminals 3 festgeschrieben. 

Die Linksfraktion im Landtag zog eine Parallele zum Jahr 2009, als kurz nach der Landtagswahl im Kelsterbacher Wald das Camp für die Nordwestlandebahn weichen musste. „Die Grünen sondieren unterdessen in ‚freundschaftlicher Atmosphäre‘ mit dem Noch-Koalitionspartner, der dies aller Wahrscheinlichkeit nach auch in den nächsten fünf Jahren bleiben soll“, sagte Hermann Schaus, parlamentarischer Geschäftsführer und innenpolitischer Sprecher. „Der am Wahlabend von den Grünen mantraartig wiederholte Satz ‚Hessen war nie grüner‘ hat schon wenige Tage später einen bitteren Beigeschmack.“

Robin Wood forderte den Erhalt des Waldes und den Rückbau des Flughafens. „Die das Klima am besten schützende Vegetation dieses Planeten soll gefällt werden, um die klimaschädlichste Fortbewegungsart, das Fliegen, zu fördern“, teilte die Umweltorganisation mit, der Teile der Aktivisten angehören. „Wegen seiner außergewöhnliche Bedeutung für den Wasserhaushalt, das Klima und die Luftreinigung sei der Treburer Oberwald zum Bannwald erklärt worden. Schon bald sei der Schutz für den Flughafenausbaus aufgehoben worden. Robin Wood forderte die Menschen auf, „hier und jetzt entschlossen für den Erhalt von Wäldern und gegen klimaschädliche Industrien wie Flugverkehr oder Kohleverstromung“ einzutreten. Klimaschutz müsse vor Profit gehen.

Fraport sprach von einem „wichtigen Meilenstein für die Verkehrsanbindung des Terminal 3“. Der eigentliche Bau werde im ersten Quartal 2019 beginnen. Zwei Jahre später soll die Anschlussstelle für den Verkehr freigeben werden. Insgesamt seien für den Flughafenausbau 282 Hektar Wald „beansprucht“ worden. Als Ausgleich habe Fraport bereits 288 Hektar wiederaufgeforstet. Hierfür sowie für naturschutzrechtliche Maßnahmen seien mehr als 160 Millionen Euro investiert worden. 

Das Bündnis der Bürgerinitiativen bedankte sich bei den Aktivisten und kritisierte die hessischen Grünen. Es sehe nicht danach aus, als würden diese ihren gewachsenen Einfluss für eine grundlegende Änderung der Umweltpolitik nutzten. „Statt über den Unsinn des weiteren Flughafenausbaus in den Koalitionsverhandlungen zu sprechen, lassen die jetzt und künftig Regierenden vollendete Tatsachen schaffen“, kritisierte Bündnis-Sprecher Thomas Scheffler.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare