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Pharmaproduktion bei Merck (Symbolfoto).

IG-BCE-Umfrage

Große Sorge vor Jobverlust durch Digitalisierung

Bei aller Offenheit für Digitalisierung ist die Angst um den eigenen Arbeitsplatz in der hessischen Chemie- und Pharmaindustrie einer Umfrage zufolge überdurchschnittlich hoch ausgeprägt.

Fast jeder Zweite sorgt sich laut einer Umfrage, er könnte seinen Job verlieren, weil neue Technologien Einzug halten. In keiner Region bundesweit sei der Anteil höher, erklärte die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) am Samstag anlässlich der Veröffentlichung der regionalen Auswertung des „Monitors Digitalisierung“, einer Umfrage unter Industriebeschäftigten in Deutschland.

Die Stiftung Arbeit und Umwelt befragte im Auftrag der IG BCE Beschäftigte unter anderem in der Chemie- und Pharmaindustrie sowie der Energiewirtschaft. Die Ergebnisse für Hessen basieren auf Antworten von 1111 Beschäftigten. Die meisten Antworten kamen aus Chemieunternehmen.

68 Prozent der Beschäftigten in Hessen in den Branchen der IG BCE trauen sich demnach zu, mit der Digitalisierung Schritt halten zu können (bundesweit: 71 Prozent). Jeder Zweite zeigt sich offen für Veränderungen am Arbeitsplatz, jeder Vierte gab an, in seinem Betrieb seien die notwendigen Rahmenbedingungen für Weiterbildung zu Themen der Digitalisierung gegeben. Allerdings beklagt auch jeder zweite Befragte, die Arbeitsverdichtung habe durch neue Technologien zugenommen.

Der Leiter des IG-BCE-Landesbezirks Hessen-Thüringen, Volker Weber, forderte bessere Einbindung aller Beteiligten: „Die Beschäftigten in Hessen wollen die Digitalisierung aktiv mitgestalten - aber in vielen Betrieben ist noch unklar, wohin die Reise genau gehen soll.“ (dpa)

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