Auch für die Rasenpflege gibt es digitale Helfer. 
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Auch für die Rasenpflege gibt es digitale Helfer. 

Groß-Zimmern

Groß-Zimmern: Gartenarbeit per Fingertipp

  • vonDiana Unkart
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Die Digitalisierung macht auch vor dem Garten nicht Halt, wie der Geschäftsführer eines Garten- und Landschaftsbaubetriebs in Groß-Zimmern weiß. Mit Hilfe von Apps kann man etwa die Bewässerung besser steuern.

Im Garten genießen die Bewohner ihre Freizeit, während sich Roboter und intelligente Systeme um die Arbeit kümmern. Was nach Zukunft klingt, gibt’s im Baumarkt zu kaufen. Die digitale Transformation vollzieht sich längst auch im Garten.

Digitale Anwendungen werden seit etwa drei bis fünf Jahren stärker nachgefragt, hat Lucas Winkler beobachtet. Er ist seit Januar Geschäftsführer eines Garten- und Landschaftsbaubetriebs in Groß-Zimmern. In seiner Bachelor- und Masterarbeit hat er sich mit der Digitalisierung im Garten- und Landschaftsbau auseinandergesetzt und leistet Pionierarbeit in seiner Branche, in der der Digitalisierungsschub noch nicht so stark sei wie in anderen Bereichen. Aber letztlich gibt der Kunde den Takt vor. Winkler sieht eine Entwicklung in ihren Anfängen „und noch viel Potenzial“.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt man in Ulm. Dort hat das Unternehmen Gardena, nach eigener Aussage Marktführer für Gartengeräte und Anbieter smarter Gartensysteme, seinen Sitz. Wer möchte, kann Rasenpflege, Beleuchtung oder Bewässerung digitalen Helfern überlassen. Sensoren im Boden prüfen Nährstoffgehalt oder Feuchtigkeit und steuern die Bewässerung. Demnächst soll noch eine Wettervorhersage integriert werden. Zieht Regen auf, springen die Sprinkler nicht an, selbst wenn die Sensoren trockenen Boden melden. Der Mähroboter beginnt seine Arbeit mit einem Tipp aufs Smartphone, wo in der App alle Bereiche vereint sind.

Klimawandel ist eine Triebfeder

Die Angebote richten sich an eine Zielgruppe ab Mitte 30, junge Familien – insbesondere Väter – die sesshaft geworden, technikaffin, berufstätig und deswegen zeitlich eingeschränkt seien, sagt Unternehmenssprecher Heribert Wettels. Digitalisierung im Garten sei noch kein Boomthema, aber eines, das sich entwickle. „Das Interesse steigt“, sagt er. Das lasse sich an den Verkaufszahlen, der Zahl der Beratungen und den Abrufzahlen im Internet ablesen.

Der Klimawandel, der dafür sorgt, dass die Sommer häufiger heiß und trocken sind, ist eine Triebfeder der Digitalisierung im Garten. „Die Leute erkennen, dass sie eine Lösung für die Bewässerung brauchen“, sagt Wettels.

Lucas Winkler sagt, er tue sich schwer mit dem Gedanken, Arbeiten im Garten per App zu steuern. Dennoch bietet die Digitalisierung seiner Branche viele Vorteile – etwa bei der Kundenansprache und der Visualisierung. Gärten können inzwischen 3D geplant und mit Hilfe von Virtual-Reality-Brillen vorab besichtigt werden.

Ein paar Apps kann er aber empfehlen: Plantsnap gehört dazu. Mit Hilfe eines Fotos wird erkannt, um welche Pflanze es sich handelt. Oder Iscape zum Planen und eine Wetter-App. „Aber die beste App hilft nicht, wenn man sich nicht kümmert.“ Außerdem gebe es nicht für alle Gartenarbeiten digitale Unterstützung. „Unkraut ziehen muss man immer noch per Hand.“

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