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Groß-Krotzenburg

Groß-Krotzenburg: Resolution gegen Bürgermeister Thorsten Bauroth

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Die Fraktionen in Groß-Krotzenburg erheben Vorwürfe gegen Thorsten Bauroth wegen seiner Amtsführung. Bauroth habe sich so beispielsweise nach dem Mord zu Jahresbeginn in der Geflüchtetenunterkunft nicht entsprechend seines Amtes verhalten. Auch habe er die Aufstellung eines Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten unterlassen.

In einer Resolution fordern die Fraktionen der Gemeindevertretung Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos) auf, „Recht und Gesetz wieder vollständig Geltung zu verschaffen und seinen abgelegten Amtseid nicht zu brechen“. In dem Papier, das am kommenden Freitag im Gemeindeparlament beschlossen werden soll, wird etwa der Vorwurf erhoben, bei der Stellenbesetzung den Gemeindevorstand übergangen und die Aufstellung eines Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten unterlassen zu haben, sich nicht ausreichend um die Menschen in dem Flüchtlingswohnheim zu kümmern sowie das „fast 60 beschlossene Anträge nicht umgesetzt“ worden sein.

„Wir wollen den Bürgermeister nicht fertig machen“, aber es bestehe eine „schlimme politischen Situation“, die nur gemeinsam bewältigt werden könne, sagte Aloys Lenz von der Wählerinitiative Zukunftssicheres Großkrotzenburg, am Mittwoch im Beisein der anderen Fraktionen bei der Vorstellung der Resolution. Bauroth stelle die Hessische Gemeindeordnung auf den Kopf indem er die Aufgaben und Verpflichtungen eines Bürgermeisters bei den Gemeindevertretern sehe.

CDU-Fraktionschef Max Schad sprach von einem Demokratieproblem bei Bauroth. Beim Bürgermeister sei nicht der Anspruch zu erkennen, nach den Beschlüssen der Gemeindevertretung zu handeln, Anfragen zu beantworten oder einen „soliden Haushalt aufzustellen“.

SPD-Fraktionschef Uwe Bretthauer wirft dem Bürgermeister auch die Verschleppung von letztlich nicht benötigten zwei Millionen Euro vor, für die 2019 die Steuer erheblich erhöht worden seien. Das Bauroth auch bei Planung zur Neuen Mitte der Gemeinde geschadet habe, halten die „Krotzenburger Grünen“ ihm vor. Fraktionsmitglied Lucas Bäuml sagte, Bauroth habe Fördergeld in Höhe von 96 000 Euro wegen verstrichener Fristen verfallen lassen.

Ebenso habe sich Bauroth nach dem Mord zu Jahresbeginn in der Geflüchtetenunterkunft nicht entsprechend seines Amtes verhalten, so Bäuml. „Die Gemeinde muss sich nach der Tat der Verantwortung stellen, damit sich so etwas nicht wiederholt. Herr Bauroth hat sich dieser Diskussion entzogen.“

Überdies herrsche seit einem halben Jahr Angst zwischen den Geflüchteten und der Gemeinde, genauer dem Ordnungsamt. Die Asylbewerber berichteten nach der Tat in einem Schreiben an das Rathaus von Missständen. Die beiden Beschäftigten des Amtes sollen von ihnen etwa Geld und private Arbeitsdienste verlangt haben, es sei gedroht und geschlagen worden. Laut Bäuml sei der Brief „nur durch einen Glücksfall“ in die Hände der Gemeindevertreter gelangt. Für die Sitzung am Freitag wurde kurzfristig ein Bericht über die Unterkunft, in der 60 bis 100 Menschen leben, auf die Tagesordnung gesetzt.

Die Unterzeichner wollen mit der Resolution den Bürgermeister nicht expressis verbis aus dem Amt jagen, sondern den Bürger:innen klar machen, dass nicht die Parteien die Schuldigen seien, dass es in der Gemeinde nicht voran gehe. Es seien die „gravierenden Versäumnisse bei der Amtsführung des Bürgermeisters“. Über das „Erzwingen eines Disziplinarverfahren“ sei nachgedacht, aber letztlich darauf verzichtet worden, so das Bündnis. „Ob das was bringt“, meinte Lenz. Ohnehin würde das Verfahren seine Zeit dauern, möglicherweise bis in den Wahlkampf zur Bürgermeisterwahl, die für März 2022 terminiert werden soll.

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